Stottern bei Bewerbung angeben?

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djub
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Beitrag von djub » 9. Juni 2007 14:25

Ich habe jetzt mal länger überlegt und denke, dass ich es angeben würde.
Allerdings - wie Jens schon erwähnt hat - würde ich es nicht Stottern nennen.
Viele Leute haben mir schon gesagt, dass ich nicht stottern würde, sondern nur etwas komisch, etwas abgehackt spräche.
Ich musste sie dann erstmal darauf hinweisen, dass nicht nur die Symptome, die sie aus dem Fernsehen kennen, existieren, sondern eine unendliche Vielfalt an individuellen Symptomen, die aber doch auf die gleiche Ursache zurückzuführen sind.

Ich erinner mich auch noch an einen beitrag im Forum, in dem es sinngemäß hieß:

"Ich stottere nicht, aber ich kann einige Wörter manchmal einfach nicht sagen."


Was ich damit sagen will, ist, dass es einfach viel zu viel "Bauernregeln" und unwahre Vorurteile über "Stottern" gibt. Der Personalchef, der meine Bewerbung liest, sieht dann vllt. den Stotterer aus "Hausmeister Krause" oder so ein armes Geschöpf vor sich und wird vieles tun, abe rnicht mich zu einem persönlichen Gespräch einladen.

Ich würde also mein Stottern so umschreiben, wie es von außen wahrgenommen wird. Das ist fair. Für beide Seiten.
Eine genaue Formulierung habe ich mir nicht überlegt.

Abgesehen davon würde ich es nur angeben, wenn ich meine, dass es für den Job notwendig ist. Als Aushilfsschubkarrenschieber auf'm Bau oder Kopiersklave eines Dozenten z.B. kann ich mich, denke ich, auch ohne diese Angabe bewerben. :)
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

Janajulia
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Beitrag von Janajulia » 14. Juni 2007 17:14

Also ich gebe bei Bewerbungen mein Stottern an, allerdings in einer positiveren Formulierung. Der Grund dafür ist, weil ich sonst viel zu aufgeregt bei Vorstellungsgesprächen wäre weil der gegenüber ja keine Ahnung hat dass ich Stottere und das dann falsch rüber kommen könnte.

Die, die hier schreiben es wäre ein Nachteil das Stottern anzugeben, stottern bestimmt nicht so schlimm. Aber bei Anderen die schlimmer Stottern finde ich besser es anzugeben. Bei Vorstellungsgesprächen bekam ich auch nur positive Rückmeldungen. Mir wurde da gesagt dass sie es gut finden dass ich offen mit meinem Problem umgehe.

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Stottern in der Bewerbung

Beitrag von ---***--- » 16. Juli 2007 00:09

Hallo allerseits,

im Anschreiben und der sonstigen Bewerbung gebe ich mein Stottern nicht an, mich hindert es nicht daran, meine Arbeit zu machen. Meine Schweißfüße (symbolisch!) erwähne ich auch nicht.
Und es zum Gespräch zu schaffen, ist schon schwer genug.

In den Bewerbungsgesprächen habe ich es immer gleich angesprochen, nach der Begrüßung, etwa so: Bevor wir mit dem Gespräch beginnen, wollte ich noch sagen, ich habe eine Redeflussstörung, Stottern, die sich manchmal bemerkbar macht. Wenn sie dann Fragen dazu haben, beantworte ich die gerne!

Von drei so begonnen Gesprächen hätte ich zwei Stellen bekommen - die ich aber abgesagt habe, aus diversen Gründen. Nur die, bei denen ich nur einmal kurz gestottert habe, die wollten mich nicht. Übrigens hat nur einer richtig nachgefragt, die anderen meinten, das wäre für sie völlig egal.

Meine Sorge war ursprünglich, im Gespräch kaum zu stottern (was ich für eine halbe Stunde hinkriege), eingestellt zu werden und dann immer in Panik vor dem Outing zu leben. Mittlerweile denke ich, es ist als Gesprächsbasis ideal, die Gespräche verliefen alle sehr angeregt und locker, mit dem letzten potentiellen Chef bin ich noch den Hund ausführen gegangen ...
Ich hoffe sehr, dass demnächst mal ein Stellenangebot kommt, bei dem Aufgabe und Bezahlung ähnlich angenehm sind.

Schöne Grüße,
Mechthild

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Stottern in der Bewerbung / Arbeitsamt ...

Beitrag von Ernst-Martin » 16. Juli 2007 06:30

Mechthild hat geschrieben:Hallo allerseits,

im Anschreiben und der sonstigen Bewerbung gebe ich mein Stottern nicht an, mich hindert es nicht daran, meine Arbeit zu machen. Meine Schweißfüße (symbolisch!) erwähne ich auch nicht.
Und es zum Gespräch zu schaffen, ist schon schwer genug.

Ich hoffe sehr, dass demnächst mal ein Stellenangebot kommt, bei dem Aufgabe und Bezahlung ähnlich angenehm sind.

Schöne Grüße,
Mechthild
Liebe Mechthild aus Würzburg,
... mit bayerischem Gruß wünsche ich Dir einen fröhlichen Tag!
:lol:
Ich kann Dir das oben Gefühlte "nachfühlen" und bin ganz Deiner Meinung
und ich wünsche Dir, daß Dein letzter Satz in Erfüllung geht!

Ich nehme an, daß Du im Kaufmännischen ausgebildet bist (Du schreibst ja einwandfrei und Dein "Demostenes-Vortrag" hat mir auch gefallen), vielleicht als Sekretärin?
Bei der Berufsberatung im Arbeitsamt wurde mir zugesagt, solche Chefs / Chefinnen zu suchen, die selbst mit einer Behinderung zu kämpfen haben.
Dort wären die Chancen am größten - denn welche Nachteile hat denn ein Sprachhindernis .... die anderen müssen halt warten - dies spielt in der Einkaufsabteilung nur eine untergeordente Rolle - ich nehme an, Du kannst "Kaffee kochen"; manche Abteilungen legen darauf Wert ...

Du kennst mich noch nicht; meine Worte sind nicht immer auf die Goldwaage zu legen - sonst entsteht ja auch kein Gespräch ...
Pfüat Di!
:wink:
und laß ruhig wieder einmal etwas von Dir hören!
Ernst-Martin,
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Peter Alexander

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Kaffee kochen?

Beitrag von ---***--- » 16. Juli 2007 13:35

Lieber Ernst-Martin, lieber Joachim,

ich suche, mehr oder weniger intensiv, eine Stelle als Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektin, zur Zeit bin ich Freiberuflerin und hätte nichts gegen ein Angestelltendasein, eine Partnerschaft, wie auch immer.

Kaffee kochen kann ich auch, mittlerweile, im 21. Jh., sollten das auch Männer können, gell? Besser bin ich aber im Planen ganzer Dörfer und Städte, Wohngebiete, Straßen, Plätze, Friedhöfe, Parks, Gärten, Kulturlandschaften, dem ganzen Raum zwischen all den Häusern oder Wald und Flur (um mein Arbeitsfeld nur knapp anzureißen). Ach ja, wichtig ist nicht nur die gute Idee, sondern mehr noch die Vermittlung selbiger für die Auftraggeber, die Öffentlichkeit, Gremien, Handwerker etc. Die Anforderungen ans Sprechen sind also hoch.

Mögliche Arbeit- oder Auftraggeber interessiert nicht die Bohne, ob ich stottere. Die haben ihre eigenen Probleme, ihre eigenen Welten. In den 16 Jahren meiner Berufstätigkeit habe ich ja bewiesen, dass ich gute Ergebnisse erziele. Stottern stört in der Kommunikation, wenn die Aufmerksamkeit des Stotternden zu sehr auf dem Stottern liegt, wenn nicht der Austausch im Vordergrund ist, sondern der Stotternde sehr mit dem Kampf mit sich selbst beschäftigt ist. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Lieber Joachim, was lässt Dich annehmen, dass ich nicht zu meinem Stottern stehe? Ich finde, das tue ich. Ich zeige Stottern, spreche darüber. Aber meine Zweifel und Kämpfe wegen Stottern haben in einem Anschreiben nichts zu suchen, finde ich. Ich erwähne ja auch nicht, nur mal so als Beispiel, dass ich mich um meine alten Eltern kümmere, ich leidenschaftlich gerne ins Kino gehe und am liebsten jeden Tag Kuchen backe.

Für meinen Berufsalltag ist Stottern für mich keine Einschränkung. Falls ein Arbeitgeber das anders sieht, während des Interviews, wars eh nicht der Richtige. Ich glaube aber, so wie ich damit umgehe, für mich ist es kein "Problem", es ist meine Realität, kommt mein Gegenüber auch nicht auf die Idee, dass es ein Problem gibt. Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass kaum ein Normalsprecher sich all die Ängste, Sorgen und Nöte vorstellen kann, die uns alleingelassen und orientierungslos aufgewachsenen Stotternde geplagt haben und manchmal immer noch plagen. Sie können es sich nicht vorstellen und wenn, was wissen wir von den Nöten und Kämpfen anderer?

Der Punkt ist, finde ich, das Selbstquälerische zu lassen. Vielleicht habe ich mal in einer Deutschschulaufgabe in der 6. Klasse eine Fünf geschrieben. Ist das heute noch für mich relevant? Ist es das überhaupt für einen Arbeitgeber? Warum wird hier von vielen angenommen, Stottern ist ein schwerer Makel? Hallo!

Allerdings finde ich, dass man ein Engagement für die Selbsthilfe erwähnen sollte. Da kann jeder stolz drauf sein! Meinen Respekt.

So, muss wieder arbeiten,
viele Grüße

Mechthild

Norbert

Re: Kaffee kochen?

Beitrag von Norbert » 16. Juli 2007 13:47

Mechthild hat geschrieben:Der Punkt ist, finde ich, das Selbstquälerische zu lassen. Vielleicht habe ich mal in einer Deutschschulaufgabe in der 6. Klasse eine Fünf geschrieben. Ist das heute noch für mich relevant? Ist es das überhaupt für einen Arbeitgeber? Warum wird hier von vielen angenommen, Stottern ist ein schwerer Makel? Hallo!
Wunderbar gesagt!
Mechthild hat geschrieben:Allerdings finde ich, dass man ein Engagement für die Selbsthilfe erwähnen sollte. Da kann jeder stolz drauf sein! Meinen Respekt.
Mechthild
Das denke ich auch - wenn man Stottern im Bewerbungsschreiben erwaehnen moechte, dann doch lieber indem man zeigt, wie man dieses Problem angeht und es bewaeltigt, anstatt es nur als ein Problem an sich anzuschneiden.

Norbert

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Ernst-Martin
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Stottern ein Makel?

Beitrag von Ernst-Martin » 16. Juli 2007 20:01

Mechthild hat geschrieben:Warum wird hier von vielen angenommen, Stottern ist ein schwerer Makel? Hallo!

Allerdings finde ich, dass man ein Engagement für die Selbsthilfe erwähnen sollte. Da kann jeder stolz drauf sein! Meinen Respekt.

So, muss wieder arbeiten,
viele Grüße

Mechthild
Liebe Mechthild,

.... stottern ein Makel?
Nein, es ist dies nicht!
... aus meiner eigenen Sicht!

Doch hier entscheide ja nicht ich, sondern der Personalchef/Abteilungsleiter nach ihrem Gutdünken ...

Dito gilt auch für die Partnerwahl!
Du hast da als Dame wohl weniger Probleme, noch dazu bei Deinen o.a. Eigenschaften ... (kochen, backen usw.)

Backen finde ich auch gut:
Ich hatte die Wahl zwischen Zusatz-Mathematik, Französisch und Kochen/Backen ... was meinst Du was ich genommen habe?
(allerdings mußten wir - je nach Berufsweg - die anderen beiden Fächer nachholen ..., die Schule ließ sich nicht übers Ohr hauen!)
:wink:

Weiterhin die besten Ideen!
Ernst-Martin,
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Beitrag von ---***--- » 16. Juli 2007 22:54

:? oweia, wo bin ich?

@Ernst-Martin: hier geht es doch nicht um Backrezepte, sondern darum ob man Stottern in der Bewerbung angeben sollte, ja oder nein, falls ja, wie. Übrigens hätte ich in jedem Fall Zusatz-Mathematik genommen und "Damen" sind meist ältlich. Die Zeiten ändern sich! Ich verstehe auch nicht, welche Botschaft Du transportieren willst. Das Thema Bewerbung ist für Dich kaum noch akut und was ein Personalchef denkt, weiß nur der. Wie er über Stottern negativ denken könnte ist Kaffeesatzleserei und macht nur unnötig Angst.

@Joachim, tut mir leid, ich habe es immer noch nicht verstanden, meinst Du, ich vermeide? Das verstehe ich so, wenn Du schreibst, auch Du hättest früher immer vermieden.

Allgemein möchte ich noch etwas zu Bedenken geben: In den USA und den skandinavischen Ländern ist es üblich, kein Foto mitzuschicken, das Geburtsdatum nicht anzugeben, teilweise den Vornamen nicht zu nennen, um Diskriminierungen aufgrund von Rasse, Alter, Geschlecht zu unterbinden. Ob Stottern angegeben wird? Ihr seid doch den Anforderungen des Arbeitsplatzes um den ihr euch bewerbt i.d.R. gewachsen, oder?

Nach wie vor kann ich keinen guten Grund für mich oder sonst wen erkennen, in einem Bewerbungsschreiben, in dem es um ganz andere Themen geht, nämlich ob man/frau der Beste, die Beste für den Job ist, Stottern herauszustellen. Es geht nicht ums Verstecken, Stottern ist nicht relevant. Sollte Stottern für die Stelle besonders qualifizieren, z.B. für eine Stelle bei der BVSS?, dann klar: mindestens einen Absatz dazu schreiben.

schöne Grüße!
Mechthild

Norbert

Beitrag von Norbert » 17. Juli 2007 01:11

Mechthild hat geschrieben:[...]
Nach wie vor kann ich keinen guten Grund für mich oder sonst wen erkennen, in einem Bewerbungsschreiben, in dem es um ganz andere Themen geht, nämlich ob man/frau der Beste, die Beste für den Job ist, Stottern herauszustellen. Es geht nicht ums Verstecken, Stottern ist nicht relevant. Sollte Stottern für die Stelle besonders qualifizieren, z.B. für eine Stelle bei der BVSS?, dann klar: mindestens einen Absatz dazu schreiben.

schöne Grüße!
Mechthild
Hallo Mechthild

Es gibt schon gute Gruende; fuer manche Leute ist es, wenn sie zum Vorstellungsgespraech eingeladen werden, einfacher wenn der Interviewer schon vom Stottern weiss - man geht dann vielleicht entspannter ans Interview heran - nach dem Motto "Ich brauch es nicht zu verstecken".

Ausserdem ist es hier in UK so, dass nach dem Anti-Diskriminierungsgesetz (DDA) man gewisse Vorteile bekommen kann, z.B. kann man erreichen dass man mehr Zeit bekommt fuer einen muendlichen Test oder Vortrag etc. Auch diese 'reasonable adjustments', wie die heissen, gehen aber nur wenn man vorher auf die Behinderung hinweist.

Liebe Gruesse (und frohes Backen!)

Norbert

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Spielt denn das Alter eine Rolle?

Beitrag von Ernst-Martin » 17. Juli 2007 03:32

Mechthild hat geschrieben::
@Ernst-Martin: hier geht es doch nicht um Backrezepte, sondern darum ob man Stottern in der Bewerbung angeben sollte, ja oder nein, falls ja, wie.
Liebe Mechthild!
:lol:
Schmeckt Dir 1 ausgezogener Apfelstrudel nicht besser - als eine von vielen Bewerbungen?
Übrigens hätte ich in jedem Fall Zusatz-Mathematik genommen und "Damen" sind meist ältlich.
Bist Du mathematisch so interessiert - das wäre erfreulich!
Die Zeiten ändern sich!
... gewiß, aber nicht die Menschen! (Lateinisches Sprichwort).
Ich verstehe auch nicht, welche Botschaft Du transportieren willst.
Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein .... und nimm einen Apfelstrudel dazu - so als tröstende Worte!
Das Thema Bewerbung ist für Dich kaum noch akut.
Denkst Du, ich habe mich nicht auch einmal beworben?
und was ein Personalchef denkt, weiß nur der. Wie er über Stottern negativ denken könnte ist Kaffeesatzleserei und macht nur unnötig Angst.
... und diejenigen, die ihn erlebt haben!
... und diejenigen, die er in den Wettbewerb gestellt hat!

Über Stottern in der Bewerbung habe ich bereits hier meine Meinung kund getan; Angst ist hier fehl am Platze!

Die Behinderten sind gut beraten, wenn sie vorher bei der Firma anrufen (lassen) - bei mir führte dies wohlwollend das Arbeitsamt durch;
in manchen Fällen entfällt dann unnötiger Bewerbungsaufwand und mann/frau kann sich auf ein neues Abenteuer konzentrieren.

.... und eine bezahlte Arbeit ist nicht das Wichtigste im Leben ...
was sollen denn die 4 Millionen Brüder und Schwestern sagen?

Schlaf gut - in meinen Alpträumen erscheint regelmäßig die Mathematik bzw. die nicht gewußten Antworten!

Dies können dann auch alle lesen!
:wink:
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Beitrag von Marek » 17. Juli 2007 13:16

Mechthild hat geschrieben::? oweia, wo bin ich?
Das Gefühle kenne ich.
Mechthild hat geschrieben: @Ernst-Martin: hier geht es doch nicht um Backrezepte, sondern darum ob man Stottern in der Bewerbung angeben sollte, ja oder nein, falls ja, wie. Übrigens hätte ich in jedem Fall Zusatz-Mathematik genommen und "Damen" sind meist ältlich. Die Zeiten ändern sich!
(Ohne zu wissen, wie gut du E.-M. kennst):

Wie Ernst-Martin schon sagte: Ernst-Martin ändert sich nie. Also verschwende um Himmels willen keine wertvolle Lebensenergie bei dem Versuch, mit ihm zu diskutieren. Ich spreche da aus eigener leidvoller Erfahrung. Ernst-Martin wird nie einen Anlaß sehen, sich, seine Ansichten, die Begrenztheit seiner Erfahrungen etc. zu reflektieren. Es ist immer schon alles so gewesen und wird immer so bleiben, wie es in der Steinzeit war und wie es die Bibel beschreibt ... da macht es auch nichts, daß man da einander widersprechende Menschenbilder zusammenbringt.
Bibel + Steinzeit, Mechthild, dann weißt du alles. Mehr mußt du nicht wissen oder gar denken.

Liebe Grüße
Marek.

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Ralf_D.
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Beitrag von Ralf_D. » 17. Juli 2007 13:57

Marek hat geschrieben: Bibel + Steinzeit, Mechthild, dann weißt du alles. Mehr mußt du nicht wissen oder gar denken.
Nicht zu vergessen den "Tanztee" und das "Pfadfinderlager"!
:wink:
We are Motörhead und we play Rock n' Roll!

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Beitrag von ---***--- » 17. Juli 2007 13:58

Ihr Lieben!

@marek: Danke, :) hat gut getan!

Ich will (und kann) Ernst-Martin nicht ändern und mit ihm diskutieren, seinen Himmel soll jeder haben, wo er/sie will. Ingottsnamen!, wie man hier seufzt.
Die stotternde 15jährige, die hier nach Infos, Hilfe sucht, liest, gar nicht selber schreibt, die liegt mir am Herzen, sehr. Die soll sehen, es geht, sie braucht nicht zu klein denken und sich ihr Leben lang Kaffeekochen sehen, jeder kann lernen, sich entwickeln, gut im Leben und gut mit Stottern klar kommen und vieles mehr. (ich verschweige Arbeit und Mühe, jetzt, übers wie lässt sich ja reden, und alles ist ja nicht mühselig, manches kriegt man geschenkt)

@norbert
sehr interessant, was du über GB schreibst, auch über die Angst, sich erst im Gespräch als Stotterer zu outen, kann mich erinnern ...
weißt Du, wie es im Anschreiben formuliert wird?

Hier würde ich mir Formulierungen für ein Anschreiben wünschen, die Stärke und Kompetenz ausdrücken.
Oder: Schreibt doch konkret, was ihr schreibt (m.W. hat das nur Marco getan),

liebe Grüße an alle

Mechthild

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die Jugendliche ...

Beitrag von Ernst-Martin » 17. Juli 2007 21:03

1)
Schön, daß ich Euch so gut in Erinnerung geblieben, besonders Ralph, unserem Moderator, ... mit Themen, die Euch berühren.
Falls Ihr es besser wißt, bitte schön ...
Mechthild hat geschrieben:Die stotternde 15jährige, die hier nach Infos, Hilfe sucht, liest, gar nicht selber schreibt, die liegt mir am Herzen, sehr.

Die soll sehen,
- es geht, sie braucht nicht zu klein denken und
- sich ihr Leben lang Kaffeekochen sehen,

jeder kann lernen, sich entwickeln, gut im Leben und gut mit Stottern klar kommen und vieles mehr. (ich verschweige Arbeit und Mühe, jetzt, übers wie lässt sich ja reden, und alles ist ja nicht mühselig, manches kriegt man geschenkt)
Mechthild
... wenn sie nicht selber schreibt, will sie sich weder aussprechen noch einen Rat haben; sondern sich bestenfalls unterhalten.

Wenn sie jedoch hier schreibt, will sie sich freundschaftlich bestätigt fühlen und evt. zu einer Therapie ermuntert werden.
Wenn sie nun von ein paar Selbstbewußten einen Therapievorschlag erhält und dann glaubt, alles sei "Friede, Freude, Eierkuchen" - dann wünsche ein glückliches Händchen!

Das ganze Üben soll durch die Anerkennung durch einen Partner/Chef gekrönt sein und bis dahin
- kann sie sich ja auf ihre Stärken besinnen und weiter ausbauen,
- und hoffen auf einen Erfolg nach dem Motto: "Dabei gewesen sein, ist wichtig - nicht immer das Siegen!"
Der jetzige (vielleicht befriedigende Zustand) wird nur in wenigen Fällen erhalten bleiben - doch "Hoffnung stirbt zuletzt"
und Extreme werden es dann besonders schwer haben.

Ich halte es für besser, wenn man ersteinmal mit dem zufrieden ist, was man erreicht hat und aus dieser Position der Stärke weiter aufbaut ...
das Wissen allein, daß es andere nur nach ihren eigenen Aussagen gemeistert haben, führt nicht zur Selbstzufriedenheit!

Ich glaube nicht, daß ein Personalchef in einer Behinderung eine Stärke für seine Unternehmung entdeckt - und wenn er zur Zeit tatsächlich auf einen angewiesen ist - dann zu einem niedrigen Gehalt - nein, Beziehungen/Empfehlungen sind wichtig!

Wir werden ja sehen ....
:wink:
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BTVS
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Beitrag von BTVS » 19. Juli 2007 00:19

Als Eröffner des Threads möchte ich mich auch wieder zu Wort melden mit dem eigentlichen Anlass, weswegen ich ihn eröffnet habe.

In der Bewerbung für die offene Stelle, die Thema meiner Frage war habe ich nun doch mein Stottern angegeben, bin aber trotzdem zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden.

Im Gespräch selber hat sich herausgestellt, dass dies sehr gut war, denn so war ich viel entspannter und habe auch einigermaßen flüssig gesprochen. Interessant fand ich, dass meine Gesprächspartner sich eigentlich gar nicht so sehr für das Stottern interessiert haben, sondern eher auf fachlicher Basis Fragen gestellt haben. Natürlich steht das im Vordergrund, aber ich hätte schon ein paar Fragen erwartet, die auf meine Behinderung zielen (Telefonieren, Kundenkontakt etc.).

Kurz gesagt, mir hat es sehr geholfen und eine neue Erfahrung gebracht, dass man alle Defizite, die man hat gleich auf den Punkt bringt. Das schafft Vertrauen auf Seiten der Personaler und Entspannung für einen selbst (zumindest für mich).

Achja, ich habe die Stelle nicht bekommen, macht aber nichts, die Erfahrung und die Übung, mal wieder in einem Vorstellungsgespräch zu sitzen, war es schon wert.

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