Stottern bei Bewerbung angeben?

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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 19. Juli 2007 01:03

Hallo liebe/r BTVS, liebe/r LeserIn,

gut, dass du die Absage bzw. Nichtzusage :) so locker nimmst ... etwas anderes ist auch nicht sinnvoll. Ich finde die Erfahrung wichtig ... ich habe bei einer Bewerbung beim NABU im Januar 2007 auch mein Stottern angegeben. Dort stand in der Stellenbeschreibung etwas von "überdurchschnittlichen Kommunikationsfähigkeiten" ... war eine PR-Stelle. Naja, was tun? :) ... Da konnte ich gar nicht umhin, mein Stottern zu thematisieren, fand ich.
Ich habe dann zum eigentlichen Anschreiben noch zwei Seiten zu meinem Stottern geschrieben und es so zu "drehen" versucht, dass ich gerade wegen des Stotterns eben jene "überdurchschnittlichen Kommunikationsfähigkeiten" hätte. Ich habe dieses Anschreiben mal zum Download ins Netz gestellt: http://hinweis.xtm.de/stottern/artikel/ ... Zusatz.pdf

Naja, man hat mich zwar nicht eingeladen zum Gespräch, aber ich dachte: 'Naja, hast du wenigstens PR für die Sache des Stottern gemacht.' ... Und wer mich nicht möchte, der hat schon was anderes :) ...

Ich sah es ganz nüchtern ... wenn ich nur ein bisschen versuche, mein Stottern zu vermeiden bzw, zu verbergen, geht das ganze (Vermeidungs-)Spiel wieder vorne los. Darauf hatte ich einfach keine Lust .... Insofern lieber eine Arbeitsstelle weniger als etwas verborgen zu haben, was doch zu mir gehört ... Ich habe auch keine Lust mehr gehabt, auf diese vorgelebte Heuchelei in der Gesellschaft. Was soll ich mich für mehr Verständnis für Stotternde etc. einsetzen, wenn ich doch selbst genau das Gegenteil fördere?

So weit, so gut ... bis bald & Alles Gute, ciao Micha.

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djub
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Beitrag von djub » 19. Juli 2007 08:32

Hallo, ich doch mal wieder kurz:

Ich denke übrigens auch, dass Personaler es sehr zu schätzen wissen, wenn man klar und strukturiert aufzeigt, dass man sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen genau kennt.
Leute, die keine Schwächen in ihrer Bewerbung angeben, wären mir suspekt.
Eine gute und realistische Selbstreflexion ist viel Wert. Denn wer weiß, was er kann und was eher nicht, der macht weniger Fehler. Was er kann, kann er und auf das, was er nicht kann, bereitet er sich eben wesentlich besser vor, um das Defizit auszugleichen.

Ich habe neulich eine tolle Stellenausschreibung gefunden, in der es in etwa hieß:

"Sie müssen nicht über fachliches Detailwissen verfügen, wohl aber motiviert und fähig sein, sich dieses für jedes "Projekt" anzueignen."

Das ist ein Job nach meinem Geschmack. Es werden Fähigkeiten und keine Fertigkeiten gesucht. Und Fähigkeiten sind das, was Menschen wirklich für einen Job qualifiziert oder eben nicht.

Gleich nach der letzten Prüfung werde ich mich bewerben - und das Stottern in der Bewerbung angeben. Aber eine Abhandlung wie Michael werde ich wohl kaum schreiben, denn das sieht zu sehr nach Rechtfertigungsversuch aus.
Ich werde es einfach erwähnen. So wie ich meine anderen Fähigkeiten erwähne, erwähne ich auch die "Fähigkeit" zu stottern.

Natürlich wird das Saldo positiv. ;)
Verlierer suchen Bestätigung. Gewinner suchen Entwicklung.

---***---
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Beitrag von ---***--- » 19. Juli 2007 16:10

@djub: wäre Stottern auf Deiner Positiv- oder der Negativseite?
@micha: Dein Schreiben interessiert mich als Mitstotternde, aber wenn ich „Stottern“ durch „Schielen“ ersetze und mich in den Arbeitgeber versetze ...
@btvs: „aber ich hätte schon ein paar Fragen erwartet, die auf meine Behinderung zielen“ – die kommen so gut wie nie, wichtig ist, dass Du Dich sicher fühlst, viel Glück!

Sehr ins Grübeln lässt mich dieser Thread kommen. Ich sehe Stottern anscheinend anders als meine Vorschreiber. Meine Stotter-Erfahrung würde ich in jedem Fall zu den Qualifikationen zählen, und ich sehe es auch nicht als "Defizit" oder "Schwäche", ich bin halt anders.

Langsam verstehe ich besser, wie mir meine Sicht den Vorwurf zu vermeiden einbringen konnte. Ich denke, es hängt mit dem Selbstbild als Stotternder und mit der Bewertung von Stottern zusammen.

Zu letzterem möchte ich sagen: ich kenne so viele Stotterer und viele schätze und mag ich sehr. Warum sollten das die meisten anderen Menschen nicht auch so sehen? Die Bewertung von Stottern ist für mich unabhängig von der Stärke/Häufigkeit der Symptome.

Zum Selbstbild und Selbstkonzept habe ich bei Van Riper nachgelesen, für andere Therapieerfahrungen wird das ähnlich sein, oder? Leider fehlt mir grade die Zeit, es kürzer zu fassen, darum zitiere ich mal:

Van Riper schreibt, das Selbstkonzept des Stotterers soll nach der Therapie anders sein. Es geht darum, in der Therapie erst einmal zu akzeptieren, dass man kein Normalsprecher ist. Der Stotterer soll nicht die Rolle eines flüssigen Normalsprechers annehmen (S.9, wer das Buch von 1992 hat). Der Stotterer lernt, einfach und nicht abnorm zu stottern und muss seine Identität als Stotterer nicht leugnen ...
So.

Nach der Therapie, schreibt VR: Wir sind ganz zufrieden, wenn der Stotterer uns mit dem Selbstkonzept verlässt, dass sie flüssige Stotterer sind, aber wir ziehen es vor, dass er zwischen dieser Rolle und der Rolle eines normalen Sprechers hin und herschwankt.

... Jede Veränderung des Selbstkonzepts wird von einiger Angst begleitet ... Stotterer haben so oft und so traumatisch erlebt, dass ihre alte Maske, ein normaler Sprecher zu sein, durchbohrt wurde, dass sie der Aufforderung ... es herauszufinden, aktiv widerstehen. Sie kennen nun Gefahren der Vermeidung und des So-tun-als-ob, dass sie die Versuchung fürchten, diese Verteidigungsmittel wieder einzusetzen. (S.174)

Hoffe, nun wird klarer, wo ich mit dem Selbstbild und Selbstverständnis als Stotterer hin will, selber meist dort sein und Euch dort treffen möchte :wink:, viele Grüße

Mechthild

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Beitrag von ---***--- » 19. Juli 2007 16:12

Um mal eine Basis zu schaffen, was derzeit wohl in einem Anschreiben erwartet wird, füge ich einen Teil der Infos, die ich in den letzten Jahren zusammengetragen habe, hier bei, ist sehr lange, vielleicht lösche ich es wieder und Interessierte kontakten mich, und ich maile dann alles zu.
lG, Mechthild

Alles unter dem Motto: egozentriert versus einstellerorientiert
Das Anschreiben: Inhalt und Aufbau
Im Anschreiben arbeiten Sie heraus, warum Sie idealer Kandidat für die Stelle sind. Daher sollten Sie Standardanschreiben vermeiden, die auf jede Stelle passen.
Sprechen Sie den Adressaten persönlich an. Gehen Sie auf das Unternehmen und auf die Anforderungen ein. Persönliche Verkaufsargumente können Sie so maßgeschneidert für die ausgeschriebene Stelle anbringen.
Folgende Fragestellungen und Methoden können dazu beitragen, Ihr Ziel zu erreichen:
In den Arbeitgeber versetzen
Was interessiert ihn? Was bewegt ihn dazu, Ihre Bewerbung genau anzusehen? Argumentieren Sie aus seiner Sicht!
Kurz und prägnant
Formulieren Sie ein kurzes Anschreiben. Bereiten Sie dem Leser angesichts vieler Bewerbungen wenig Arbeit. Vermeiden Sie überflüssige Formulierungen, Worte und Schachtelsätze, die gestelztes Gehabe vermitteln können.
Klare Fakten
Mehr als drei Aussagen pro Satz provozieren einen abrupten Leseabbruch. Idealerweise beinhaltet ein Satz eine Aussage. Wie formulieren Sie leicht lesbare Sätze? Im Journalismus gibt es eine Regel: Kein Satz sollte länger als acht bis 15 Wörter sein.
Selbstbewusstsein
Vermeiden Sie unterwürfige Floskeln. Sie sind kein Bittsteller!
Keine Arroganz
Vermeiden Sie Arroganz. Die könnte vermitteln, dass Sie alles wissen und das Unternehmen sich glücklich schätzen kann, dass Sie sich bei ihm bewerben.
In der Regel besteht der Kernteil des Anschreibens aus sechs Bestandteilen:
Eröffnung
Es beeindruckt, wenn Sie das Anschreiben persönlich adressieren und sich im Einstiegssatz auf ein Telefongespräch beziehen. Sie sollten aber nicht zwanghaft beim Unternehmen anrufen, um zu erfahren, wer die verantwortliche Person ist. Wenn Sie aber Fragen zur Stelle haben, treten Sie in Kontakt mit der verantwortlichen Person. Erkundigen Sie sich über das Unternehmen, also über die Größe und die Wettbewerbssituation. Zeigen Sie, dass Sie sich bereits mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. So fallen Sie positiv auf. Stellen Sie heraus, dass Sie die eine oder andere Anforderung durch Ihre Qualifikation abdecken. Arbeiten Sie heraus, warum Sie sich bewerben.
Persönliche Situation
Das Anschreiben ist keine Kurzbiographie. Eine Seite reicht. Biographische Daten stehen im Lebenslauf. Schildern Sie kurz, in welcher beruflichen Situation Sie sich zurzeit befinden.
Persönliche Qualifikationen / Qualitäten
Wiederholen Sie nicht die Stellenanzeige. Arbeiten Sie heraus, welchen persönlichen Beitrag Sie zu Schlüsselpassagen der Anzeige leisten und welche speziellen Fähigkeiten. Wer möchte schon einen Alleskönner anstellen? Privates gehört nicht ins Anschreiben.
Abschlussformulierung / Die Einladung zum Vorstellungsgespräch
Vermeiden Sie lange quälende Abschlusssätze, in denen Sie bereits Erwähntes wiederholen.
Grußformel und Unterschrift
Anlagen
Ein inhaltlich ansprechendes Anschreiben erfreut Ihren potentiellen Arbeitgeber. Er befasst sich gerne weiter mit Ihrer Bewerbung.

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Ernst-Martin
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das Bewerbungsschreiben - speziall für uns!

Beitrag von Ernst-Martin » 20. Juli 2007 04:00

Lieber Micha,

schön, dass Du Deine Bewerbung für uns öffnest!

Darf ich Dir ein paar Dinge aus meiner Sicht erzählen?

Dinge, die Dich stören, lösche ich später wunschgemäß.

Ich habe einmal selbst über Neu-Einstellungen mit entschieden – spreche daher aus meiner Erfahrung, die nicht auf jeden zutreffen muß.

1)
Deine Idee, ein Zusatzschreiben in der Erzählform (small-talk) zu entwickeln, finde ich prima!
Es kann den Bereichsleiter (der Personalchef hat vermutlich gar nicht die Zeit, es zu lesen) veranlassen, es mal in den späten Abendstunden sich zu Gemüte führen und er muß es – bei Interesse an Dir - mit seinen Mitarbeiter, mit denen Du später zusammen arbeiten sollst, besprechen. Vielleicht hat einer von ihnen auch eine Behinderung – und Du fällst nicht weiter auf. Es ist mir 1x gelungen, eine GdB-Mutti von 75 % „einzustellen“, weil ihr small-talk jeden zum Lachen reizte; er war das „Schmiermittel“ in dem Bereich!

Besonders gut hat mir gefallen:

- das Interesse der Lesenden wecken, damit sie sich mit dem Stottern auseinander setzen!

- Deine Hinweise auf Deine Vorträge (die Lesenden werden so etwas nicht für möglich halten, daher neugierig werden, in Dir eine „überdurchschnittliche Kommunikations-Fähigkeit“ vermuten – und Dir wohlwollend gegenüber stehen).

- auch die Ausführlichkeit spricht für Dich: stell Dir einmal vor, der Bereichsleiter lehnt Dich notgedrungen ab, empfiehlt aber dem Personalchef: „Der Herr Winkler könnte aber da und da eingesetzt werden….!“ Das kann er doch nur, wenn er mehr über Dich mit Deiner Sprachbehinderung weiß – und Dich hoffentlich anruft, bevor er die Akte dem Personalbüro wieder zurück gibt!

- mir ist aufgefallen, dass Deine Unterschrift nicht leicht lesbar ist; jeder Personalchef fährt sie mit seiner Hand nach und kann daraus auf Deine Arbeitweise schließen (z.B. – es betrifft nicht Dich, sondern nur allgemein als Beispiel – mühsam zu lesen, angeberisch, fahrig, allzu ausführlich sind ein rotes Tuch). Besser gefällt mir eine normale gleichmäßige Schreibschrift – wie von einer musisch-angehauchten Dame, die mit sich selber im Einklang steht.

2)
Der Beginn des Begleitschreibens:
Ich empfehle, vorher mit dem bisherigen Personalbüro der alten Firma in freundschaftlichem Kontakt zu bleiben – vielleicht spricht der Personalchef nach Rücksprache mit dem Bereichsleiter eine Empfehlung zu Deinen Gunsten aus.
Um Erlaubnis bitten, den Namen des Empfehlenden in Deinem Anschreiben nennen zu dürfen.

Bei der neuen Firma anrufen und fragen, ob Du auch mit einer Sprachbehinderung Chancen hast – und bei Interesse den Empfehlenden nennen! Die beiden unterhalten sich sowieso, spätestens auf der Personalleiter-Konferenz in einem fürstlichen Hotel, damit sie dort keiner erkennt.

Und Du ersparst Dir unnötigen Bewerbungsstreß.
Also:
„Ich nehme Bezug auf das soeben geführte Telefongespräch mit ihrem sehr geehrten Herrn (Personal-Sachbearbeiter) und reiche Ihnen meine Bewerbung ein für … (Anzeigen-Stichwort wiederholen!)

Hauptteil:
Für welche Tätigkeiten Du Dich interessierst / geeignet fühlst.
Ja, „fühlst“ – damit Du nicht als Maschine eingestuft wirst.

Auskünfte erteilen gerne … (Dein Empfehlender).

Nebentätigkeiten im Sportverein angeben (bitte nur 1 Verein – sonst stört es die Firma) – aber besonders in Gemeinde-Parlamenten (hierüber wirst Du im Gespräch bestimmt gefragt und Du spiegelst damit Verantwortung wider –allerdings will die Firma auch wissen, wie viel Stunden Du im Jahr deshalb fehlst durch Wahlen usw; die Firma muß Dir hierzu pro Wahl mindestens 1 Tag freigeben bei voller Bezahlung).

Denk daran, Du bist doch ein Bittsteller, der verspricht, mit Fleiß und Belastbarkeit an die neue Tätigkeit heranzugehen (Selbstbewusste – noch dazu mit wenig Interesse an small-talk – gefallen nicht immer – schließlich möchte der Chef „Befehlsempfänger, die auch Verbesserungen vorschlagen“, sich freundlich-hilfsbereit ins Team einfügen und keine Kommandierenden und Besserwisser)


… und bloß keinen Grad der Behinderung angeben; nach Nikotin und Alkohol wirst Du sowieso gefragt!


Schluß:
„Selbst wenn es nicht zu einer Anstellung kommen sollte, wünsche ich Ihnen und Ihrer Firma alles Gute!
Mit freundlichen Grüßen“

Versuche alles auf eine Seite zu bringen und vermeide eine Aufzählung 1) .. 2) … 3), dies will der Personalchef selber draufmalen.

3) in Deinen Lebenslauf aufführen: „Ich habe keine Schulden … (oder durch Hausbau)!
Die Firmen schauen „immer“ ins „Buch der Schuldner“ beim Amtsgericht und die Kreditabzahlung ist leicht über die Bank zu erfahren, deren Konto Du für die Gehaltsüberweisung angibst.
Die Firma soll den Eindruck bekommen, dass Du nicht bestechlich bist!

4)
Darauf achten, dass im Zeugnis der Schlusssatz steht: Herr W. scheidet aus betrieblichen Gründen aus und wir wünschen ihm alles Gute für sich (und die seinen!)

Damit drückt die Firma aus, dass sie sich ungern von Dir trennt.


Beim Vorstellungsgespräch würde ich wie an einem Schreibtisch sitzen – aufgerichtet und den Gesprächspartner anteilnehmend anblicken;
die Füße nicht verschränken oder sie in einer Stellung halten, als ob Du in den Startlöchern stehst.


Viel Erfolg und auch wenn es nicht klappt – Du bist jedenfalls ehrlich gewesen!
Ernst-Martin,
der Lechgeist
--------------------------------
... die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere -
ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

Erwin
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ja ich würde es unbedingt angeben

Beitrag von Erwin » 20. Juli 2007 12:41

ich habe das so gemacht

....
aus einem Bewerbungsschreiben. obwohl es nicht mein Traum ist in einem t-punkt business zu arbeiten würde ich dort besser verdienen und 40 stunden oder mehr arbeiten können. Z.Zt.darf ich nur 34 stunden arbeiten;-)


auszug aus dem bewerbungsschreiben:

......
Ich habe eine Marotte. Mein ausgeprägtes Faible für Multimedia. Muss nur in die richtige Richtung genutzt werden. Die heutigen Produkte im T-Punkt nutze ich intensiv. Und es macht mir großen Spaß.

'Use it and buy it'

oder so ähnlich hieß es mal im Intranet. Vielleicht bin ich schon soweit.

Ich kenne mich sehr gut mit der Anwendung von Kommunikationstheorien aus. Hamburger Modell, Watzlawik usw, als Verkäufer habe ich keine T-Punkt Erfahrung.

... nachdem ich mein altes Stottern (stabil) überwunden habe, habe ich große Freude an Kommunikation in jeder Hinsicht - testen Sie dies bitte.

.....
Ich glaube aus meiner Homepage geht hervor, dass ich mich für den Kunden interessiere und dass ich die kommunikativen Anforderungen erfüllen kann - jetzt endlich zum Glück und robust. Ich habe vor allem das aktive Zuhören gelernt und wenn es sein muss auch zu manipulieren, dies natürlich auch im Interesse und der Zufriedenheit des Kunden, aber nicht nur, zugegeben.
Mich ärgert es zur Zeit enorm, dass ich im Moment beinahe überall von der Seite angequatscht werde und überall unzufriedene Kunden treffe, die von der Telekom zu anderen Anbietern wechseln wollen und das obwohl sie eigentlich gute Kunden bleiben möchten, wenn man Sie lässt und zufrieden stellt.


so oder ähnlich würde ich das empfehlen


backup:
http://erwingeier.de/53801.html


gruß erwin geier
Zuletzt geändert von Erwin am 21. Juli 2007 11:27, insgesamt 1-mal geändert.

Norbert

Re: ja ich würde es unbedingt angeben

Beitrag von Norbert » 20. Juli 2007 12:48

Erwin hat geschrieben:
auszug aus dem bewerbungsschreiben:

......
Ich habe eine Marotte. Mein ausgeprägtes Faible für Multimedia. Muss nur in die richtige Richtung genutzt werden. Die heutigen Produkte im T-Punkt nutze ich intensiv. Und es macht mir großen Spaß.

'Use it and buy it'

oder so ähnlich hieß es mal im Intranet. Vielleicht bin ich schon soweit.

Ich kenne mich sehr gut mit der Anwendung von Kommunikationstheorien aus. Hamburger Modell, Watzlawik usw, als Verkäufer habe ich keine T-Punkt Erfahrung.

... nachdem ich mein altes Stottern (stabil) überwunden habe, habe ich große Freude an Kommunikation in jeder Hinsicht - testen Sie dies bitte.

.....
Ich glaube aus meiner Homepage geht hervor, dass ich mich für den Kunden interessiere und dass ich die kommunikativen Anforderungen erfüllen kann - jetzt endlich zum Glück und robust. Ich habe vor allem das aktive Zuhören gelernt und wenn es sein muss auch zu manipulieren, dies natürlich auch im Interesse und der Zufriedenheit des Kunden, aber nicht nur, zugegeben.
Mich ärgert es zur Zeit enorm, dass ich im Moment beinahe überall von der Seite angequatscht werde und überall unzufriedene Kunden treffe, die von der Telekom zu anderen Anbietern wechseln wollen und das obwohl sie eigentlich gute Kunden bleiben möchten, wenn man Sie lässt und zufrieden stellt.


so oder ähnlich würde ich das empfehlen

gruß erwin geier
Au weia - das nenne ich Mut zum Risiko. Auf jeden Fall stichst Du damit, schaetze ich mal, ziemlich heraus und entweder moegen deine eventuellen zukuenftigen Brotgeber das oder es geht gleich in die Klappe. Andererseits, moechtest Du fuer solche Stiesel arbeiten, die so etwas gleich in die Rundablage werfen? Denn man viel Glueck!

Ich finde, die Art das Stottern so anzugeben, schon mal sehr gut - auch das aktive Zuhoeren ist sehr nuetzlich, und das erhoehte Bewusstsein fuer Kommunikation.

Gruss

Norbert

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Re: ja ich würde es unbedingt angeben

Beitrag von ---***--- » 20. Juli 2007 13:05

Hi Erwin,
oder Äwwin, wie wir Franken und Hessen sagen,
Erwin hat geschrieben:... nachdem ich mein altes Stottern (stabil) überwunden habe, habe ich große Freude an Kommunikation in jeder Hinsicht
der gefällt mir, kann ich den haben?
Also, verstellen tust Du Dich im übrigen Anschreiben ja nicht :wink:.

Gibt's noch einen Satz für Stotternde, die ihr altes Stottern haben und sich vor dem Vorstellungsgespräch outen wollen?

Ich hab keinen, was hast Du geschrieben BTVS?

Ciao Mechthild

Norbert

Re: ja ich würde es unbedingt angeben

Beitrag von Norbert » 20. Juli 2007 13:12

Mechthild hat geschrieben:
Gibt's noch einen Satz für Stotternde, die ihr altes Stottern haben und sich vor dem Vorstellungsgespräch outen wollen?
Hallo Mechthild

mein Schriftdeutsch ist ziemlich rostig geworden, aber wie waer es mit

Eine der groessten Herausforderungen meines Lebens war mein Stottern; nach mehrjaehriger Sprachtherapie und grossem Engagement in der Selbsthilfebwegung bin ich nun ohne grosse Probleme in der Lage zu kommunizieren. Was mich das Stottern gelehrt hat, ist eine Gabe zum Zuhoeren und ein starkes Bewusstsein dessen, was gute Kommunikation beinhaltet. Oder so aehnlich...

Gruss

Norbert

19 Grad, zappenduster draussen und es kuebelt (wieder mal) wie doof! Flutwarnung in ganz England. Freut Euch des Sommers.

Erwin
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offenheit kann sich auszahlen

Beitrag von Erwin » 20. Juli 2007 13:48

hallo nochmal,

vor einem jahr hatte ich ein vorstellungsgespräch bei t-online (auch eine interne Bewerbung).
ausgeschrieben war eine stelle, quasi auf dem leitstand der t-online. dort werden alle dv-anwendungen monitort und im fehlerfall umgehungsmassnahmen initiert und relativ stressiges fehlermannagement.

während dem vostellungsgespräch, in dem ich so mehr nebenbei mein stottern ansprach, weil es ja keine sprecheraufgabe war, hat mich so ein arroganter typ, ganz ehrlich und offen als kommunikativ für ungeeignet bezeichnet. wei jetzt garnicht ob das stottern da alleine gemeint war, sondern dass was dabei rauskommt, unterm strich. abgesehen davon das ich mit fünfzig ohnehin nicht ins junge team passen würde, so ähnlich hieß es. brutalst offen und herzensgut mitleidig ehrlich, ja unter kollegen - auf südhessische art eben
und das obwohl mein profil eigentlich sonst sehr gut passte. die selbe aufgabe nehme ich zur zeit wahr für die billing software der telekom, hier die software zur fakturierung der servicelines und mehrwertdienste (shared cost, 0137, 0900, freecall usw). den laufenden prisanten betrieb steuern. die anforderungen: unix-, sql, db2, jcl, html, operating erfahrung usw. entsprachen ebenfalls meinem profil

fazit: für die hotline war ich denen wohl zu langsam und nicht schwingungsfähig genug. wie bedeutend das stottern dabei war, das haben die mir nicht erklären wollen. warum auch?

@mechthild

mit van-riper schwestern teile, (edit: oder besser tausche ich mein letztes hemd, auch sprüche. bis dann in stuttgart oder so....ich bringe trotzdem magenta t-mobil trikots mit. die brauchen wir nämlich jetzt nicht mehr....

gruß erwin
Zuletzt geändert von Erwin am 20. Juli 2007 14:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von ---***--- » 20. Juli 2007 13:58

Hallo Norbert,

den nehme ich auch! von wegen eingerostet, langsam reicht die eine Seite Anschreiben nicht mehr ...

Aber was schreiben Leute, die im Moment Stottern wie Hund, und grade vor dem Vorstellungsgespräch Angst haben? In GB mit dem Antidiskriminierungsgesetz sowas wie: Ich stottere und möchte im Vorstellungsgespräch einen Zeitzuschlag in Anspruch nehmen.

Hm, würde hier auch gehen.

Schicke Dir 30 % der Sonne von hier, brauch ich nicht!
mit schönen Grüßen
Mechthild

Norbert

Re: offenheit kann sich auszahlen

Beitrag von Norbert » 20. Juli 2007 14:06

Erwin hat geschrieben: während dem vostellungsgespräch, in dem ich so mehr nebenbei mein stottern ansprach, weil es ja keine sprecheraufgabe war, hat mich so ein arroganter typ, ganz ehrlich und offen als kommunikativ für ungeeignet bezeichnet. wei jetzt garnicht ob das stottern da alleine gemeint war, sondern dass was hinten rauskommt unterm strich. abgesehen davon das ich mit fünfzig ohnehin nicht in junge team passen würde.
Das ist ja interessant, gibt's da keine Anti-diskrimierungsgesetzgebung? Also, wenn er das auf's Stottern bezogen hat, oder auch die Frage mit dem Alter - da koennte man ihn hier schon vor den Kadi ziehen. Das war reine Doofheit von ihm, und da koennte man der Arroganz schon ein bisschen die Luft ablassen :-)

Hier hatten wir neulich einen Fall von einer Temp die von einer Agentur an eine Rezeptionsstelle vermittelt wurde - der neue Arbeitgeber hat sie nach 2 Tagen wieder nach Hause geschickt, nicht weil sie die Arbeit nicht machen konnte, sondern weil ihr (leichtes) Stottern nicht ins Bild passte. Das haben sie auch so gesagt! :-)

Da reiben sich ja die Rechtsanwaelte die Haende und als die Frau dann mal, auf unseren Rat, dezent andeutete dass Stottern ja eine Behinderung sei, wurden auf einmal ganz flugs ein Monatsgehalt und eine Entschuldigung nachgeschoben, und in der Personalabteilung fing bestimmt das Beten an, dass es damit gelaufen waere...

Es ist natuerlich immer eine Frage, inwieweit man 'in das Team passt' und dass kann man als Aussenstehender nicht nachvollziehen, aber es ist eine wichtige Frage bei Vorstellungsgespraechen. Wenn das alles Jungaufstrebend-dynamische Christsoziale sind und Du kommst dann als reifer alternativ-Gruener dann koennte das schon ein Problem sein. Man soll also nicht alles auf das Stottern schieben, aber das weisst Du ja schon...

Norbert

Norbert

Beitrag von Norbert » 20. Juli 2007 14:13

Mechthild hat geschrieben:Hallo Norbert,

Aber was schreiben Leute, die im Moment Stottern wie Hund, und grade vor dem Vorstellungsgespräch Angst haben? In GB mit dem Antidiskriminierungsgesetz sowas wie: Ich stottere und möchte im Vorstellungsgespräch einen Zeitzuschlag in Anspruch nehmen.
Ebenso, schaetze ich. Man muss da schon realistisch sein und wenn man wirklich so stark stottert, dass es dreimal so lange braucht, dann bewirbt man sich wahrscheinlich nicht auf Posten als Nachrichtensprecher. Es ist wie man sieht nicht so einfach das so schwarz auf weiss fuer alle darzulegen, aber was man immer tun kann ist, herauszukehren, wieviel einem das Stottern gelehrt hat; das man es als Herausforderung erkannt hat, und wie man an das Problem herangeht.
Schicke Dir 30 % der Sonne von hier, brauch ich nicht!
mit schönen Grüßen
Mechthild
Danke, ist schon angekommen. Jetzt wieder strahlend blauer Himmel. Typisch - "wenn Ihnen unser Klima nicht gefaellt, dann warten Sie doch einfach eine Viertelstunde..."

Norbert

Erwin
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london

Beitrag von Erwin » 20. Juli 2007 14:27

hallo norbert,

also mir wäre das wetter grad egal. in london habt ihr die prinzengarde, die queen, prinzen natürlich, madonna, joss stone, robbie williams, elton john, claudia schiffer - da wär mir das wetter egal.

hat sich mein englisch eigentlich gebessert?.....und welche kriterien sind sonst noch wichtig für ein london-praktikum bei der bsa. ich denke da so an 3-4 wochen. du weist ja die t-systems wird immer internationaler.

ich würde mich sehr freuen über ein persönliches gespräch mit dir als direktor der bsa (british stammering association)

das klingt doch ausgesprochen spannend:
Jaik Campbell - 'L-L-Lost for Words - My Life with a Stutter'. Stand-up comedy in London (Mon 23rd July) and Edinburgh (August).
http://www.stammering.org/new.html
sogar edinburgh ist dabei.

so nebenbei würde ich auch mal die britische soldatin beschenken mit den jetzt günstigen t-mobil und ard- sponsorentrikots. besser t-mobil als eine selbstbewusste starke aber tote soldatin mehr.
vielleicht erinnerst du dich noch an den selbstbewussten marsch-flug-körper im frankfurter front-theater am main, vor 3 wochen oder so. wie sind die radler eigentlich durch den tunnel gekommen nach dem start bei dir vor der haustür? die wärn doch besser in frankfurt losgefahren, das wär nicht so weit gewese und ohne dope gegange. odder?
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypic ... ay/9450281

erzähl uns doch mal was über british stutter comedy.

gruß erwin

Norbert

Re: london

Beitrag von Norbert » 20. Juli 2007 14:43

Erwin hat geschrieben:
das klingt doch ausgesprochen spannend:
Jaik Campbell - 'L-L-Lost for Words - My Life with a Stutter'. Stand-up comedy in London (Mon 23rd July) and Edinburgh (August).
http://www.stammering.org/new.html
sogar edinburgh ist dabei.
http://www.edfringe.com/index.html?r_me ... tatic=true
erzähl uns doch mal was über british stutter comedy.
Stutter = US English; stammer = UK English. Two nations divided by a common language, as they say.


http://www.jaikcampbell.com

Norbert

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