Stottern, Job, Partnerschaft und Sozialleben

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Andrew
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Stottern, Job, Partnerschaft und Sozialleben

Beitrag von Andrew » 14. August 2007 12:06

Hallo zusammen,

bin neu hier und wollte erst mal loswerden, dass ich froh bin, dass es ein solches Forum gibt wo man sich mit anderen stotternden Leuten austauschen kann.

Wie der Titel schon sagt würde ich gerne wissen wie ihr euer stottern mit dem Alltag unter einem Hut bekommt. Wie macht ihr das z. B. auf der Arbeit? Habt ihr dadurch nachteile? Wie sieht es bei der Partnersuche aus? Ehr ein Problem oder nicht?

All sowas würde mich als ebenfalls stotternder Mensch interesiere.

Liebe Grüsse

Andrew
"Versuche stets aus Mist Dünger zu machen"

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Ernst-Martin
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Stottern, Job, Partnerschaft und Sozialleben

Beitrag von Ernst-Martin » 14. August 2007 15:45

Andrew hat geschrieben: Wie sieht es bei der Partnersuche aus? Ehr ein Problem oder nicht?

All sowas würde mich als ebenfalls stotternder Mensch interesiere.

Liebe Grüsse

Andrew
Lieber Andrew,

darf ich Dir hierzu den thread "Partnerwahl" in stottern allgemein empfehlen?

... und auch an Vertrauenswerbung für Dich denken!
Wäre dies kein guter Vorsatz für das nächste Vierteljahr?
:lol:
Ernst-Martin,
der Lechgeist
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... die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere -
ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

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Michael13
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Beitrag von Michael13 » 14. August 2007 17:57

Lieber Andrew, lieber Ernst-Martin, liebe/r LeserIn,

schön, dass du ins Forum gefunden hast ... wie du taten das in den letzten 11, 12 Monaten übrigens rund 250 MenschInnen :) ... Man kann hier viel lesen und lernen, denke ich, nur hilft natürlich auch ein Forum nicht bei den alltäglichen Situationen. Da kann man und frau nur selbst durch :) ... in "aktiver Entspannung".

Arbeit
Also, ich bin zwar seit fast 3,5 Jahren "offiziell arbeitslos" (wählte dann diesen Status beizubehalten, weil ich so mehr Freiheit für meine Doktorarbeit habe), doch erinnere ich mich noch sehr genau an einige Situationen auf Arbeit. Ich habe ein "mildes Stottern", wobei ich dazu neigte, es natürlich ja nicht zu zeigen :) ... alles hat eben Vor- und Nachteile. Ich sprach auch wenig darüber, meine Kollegen sprachen mich auch nicht an ... somit blieb es mitunter im Raum stehen. Da mein Chef ganz zufrieden mit mir war und mich auch förderte (hielt während meiner Diplmarbeitszeit meinen ersten englischsprachigen Vortrag auf einer internationalen Konferenz in Zürich), fühlte ich mich auch angenommen. Die Probleme machte ich mir größtenteils selbst :) ... Natürlich haben die Strukturen (Forschungsinstitut mit rund 100 Angestellten) einen Einfluss auf meine Freiheit gehabt. Das spürte ich unbewusst, wusste aber nicht woran es lag ... erst als ich am letzten Tag meine "Stechkarte" abgab und förmlich merkte wie ich zurück in der Freiheit war ... hätte ich niemals gedacht, dass ich derartige Dinge spüren würde. Umgekehrt zu vielen anderen Menschen war die sogenannte Arbeitslosigkeit eine Erlösung für mich und ich habe mein Stottern viel bewusster bearbeiten können.

Partnersuche bzw. in meinem Fall Frauen :)
Wenn du das Stottern als Teil von dir akzeptierst, dann nimmt dich dein Gegenüber bzw. deine "Gegenüberin" auch als Mensch ernst. Das Stottern ist dann völlig sekundär. Man kann sogar sehr gut darüber lachen. Natürlich herrscht viel Unwissenheit über den Umgang mit dem Stottern bei Außenstehenden, aber selbst Stotternde wissen ja häufig nicht, was sie tun oder lassen sollen. Also, was soll's? Alle sitzen im selben Boot. Es geht um das Bewusstmachen ... meine Erfahrung ist, dass man bei Frauen sogar insofern einen Bonus hat, weil man eben nicht als dieser Macho-Typ erscheint. Im Übrigen wer Frauen sucht, die einen Macho-Typ bevorzugen, dann ist das auch okay :) ... Ich denke, aber das jene Frauen meist gar nicht den Mann als solchen, sondern eher einen Ersatz für irgendetwas anderes suchen. Ich denke, dass Stottern hat mir geholfen, Menschen zu finden, die den Menschen bzw. sein Wesen suchen und nicht sein äußeres Abbild, seinen gesellschaftlichen Status etc.

Probleme? Nachteile?
Tja, die wird es bei jeder Sache geben, oder? :)
Ja, ich glaube, ich war eine ganze Zeit lang unzufrieden, weil ich nicht die Frauen bekam, die ich wollte. Mit ein paar Jahren mehr Lebenserfahrung weiß ich, dass es sehr gut war, dass ich sie nie "bekommen habe" :) ... es hat mir viel Zeit und Nervenstress erspart :) ... Gleiches gilt für die sog. Arbeitgeber. Insofern komme ich wohl immer wieder beim selben Punkt heraus ... Übrig blieben nur die Vorteile.

Im Übrigen steht "die Lösung" ja schon unter deiner Eingangsmail: Versuche stets aus Mist Dünger zu machen. :) Wie wahr, wie wahr. Und die Satz ist auch nicht unbedingt zu verwechseln mit dem Spruch "Aus Sch... Gold machen." ... Alles hat seinen Sinn und Zweck, die Absicht dahinter zählt. Gold bzw. Geld machen kann jeder, aber etwas innerlich erfüllendes ist schon etwas schwieriger.

Gegenfrage: Denkst du denn, dass du mehr Nachteile als Vorteile durch das Stottern hattest bzw. hast, Andrew?


Alles Gute, Micha.

PS: @ Ernst-Martin ... Alle Achtung, ich glaube, wenn ich mal einen PR-Manager für eine Partnervermittlungsagentur brauche, dann habe ich jemanden für meine erste Wahl ... Das war ein Lob meinerseits :):):)

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Beitrag von dosi » 14. August 2007 22:34

Hallo Andrew!
Arbeit: Ich denke schon, daß man mit irgendwelchen Qualitäten glänzen muß, um über sein Sprechproblem "hinweg zu täuschen". Also Du solltest besser als der Durchschnitt sein, um eine Chance zu haben.

Partnerschaft: Da schau wirklich in den Thread "Partnerwahl und..." Dazu wurde schon massenhaft geschrieben und diskutiert.

Alltag: Da kommt es ganz auf Dein Selbstbewußtsein und nicht auf die Stärke Deiner Symptomatik an. Steh zu Deinem Problem und rede offen darüber. Ich denke, daß ich ein ganz "normales" Leben führe. Probleme haben alle Leute mal und ich habe einen tollen Freundeskreis und wenn über mich gelacht wird, dann nicht wegen meinem Stottern.
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

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Re: Stottern, Job, Partnerschaft und Sozialleben

Beitrag von Ralf_D. » 14. August 2007 23:08

Andrew hat geschrieben: Wie der Titel schon sagt würde ich gerne wissen wie ihr euer stottern mit dem Alltag unter einem Hut bekommt. Wie macht ihr das z. B. auf der Arbeit? Habt ihr dadurch nachteile? Wie sieht es bei der Partnersuche aus? Ehr ein Problem oder nicht?
Hallo Andrew,

wie wärs, wenn Du erst mal etwas über DICH erzählst. Wie machst DU das denn auf der Arbeit? Hast DU dadurch Nachteile? Ist die Partnersuche für DICH ein Problem....?

Übrigens, zu all Deinen Fragen wurde hier im Forum schon massig geschrieben (in unzähligen Threads). Einfach mal ein bißchen lesen.
:wink:

Gruß
Ralf
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