Anonymität ...

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Micha136
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Re: Anonymität ...

Beitrag von Micha136 » 25. Mai 2009 15:36

Mechthild hat geschrieben:(1) Schon wieder lese ich einen Schlagabtausch zwischen Euch beiden und bin dermaßen (2) genervt davon, dass ich mich dazu äußern muss.
Nur ganz kurz, Mechthild ... werde später deine gesamte Antwort durchlesen ...

Zwei Ideen kamen mir bei deinen ersten Zeilen:
1. Wenn ich mich in den "Schlagabtausch" von zwei anderen begebe, dann hat das einen Grund ... entweder möchte ich schlichten oder "anheizen", entweder agiere unparteiisch und versuche beide Seiten zu betrachten oder ich beziehe Stellung ...
Alle einigermaßen klugen Menschen tun entweder ersteres oder bleiben erst einmal draußen stehen und versuchen zu verstehen, bevor sie eingreifen.

Da hier keiner ernsthaft bedroht ist, ist Variante "Abwarten und Tee/Kaffee trinken und als Unterhaltung genießen" die wahrlich klügere Sache ... Wer die Sache versteht, greift schlichtend ein ...

Du hast dich - aus welchen Gründen auch immer :) - fuer die Variante anheizen entschieden ... mir soll's recht sein, Jonny-Hase war sowieso müde geworden ... und eine Häsin kann auch rennen (witzigerweise habe ich heute morgen mitten in der Stadt einen Igel über die Straße rennen sehen - wusste gar nicht, dass Igel so schnell sein können :)). Eigentlich dachte ich, dass "Häsinnen" etwas klüger sind und die Hasen und Igel einfach rennen lassen bis es wieder gut ist ...

Und letztlich hat dies alles nur einen Grund und damit wären wir bei Teil 2....
Nach der Eisberg-Theorie (u.a. nach Sheehan) bestehen nur 10% des Stotterns aus den sichtbaren Anteilen (Blockaden, Mund- und Gesichtsbewegungen usw.) ... doch was sind die restlichen 90%???
U.a. gehört dazu, dass uns Dinge nerven ... siehe dein letzter Beitrag.

Tja, und meine Antwort ist ... Jonny und du habt euch entschieden, ab sofort diese 90% wirklich in Angriff zu nehmen und nicht nur drüber zu reden oder zu schreiben :) ... wurden lang genug unterdrückt ... lasst sie uns doch gemeinsam mal anschauen :) ... in Freundschaft und mit Humor ...

Ich fang schon mal damit an, bevor ich mir den restlichen Teil deines letzten Posts anschaue ... bis dahin, alles Gute, Micha.
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Re: Anonymität ...

Beitrag von Micha136 » 26. Mai 2009 00:03

Also, nachdem ich mir jetzt mal den gesamten letzten Beitrag von dir zu Gemüte geführt habe, Mechthild, schwanke ich zwischen zwei Alternativen ...
1. ich könnte fast jeden Satz auf Unrichtigkeit auseinandernehmen, insbesondere was meine Person anbetrifft ... doch was bringt es mir denn? Wer mich so sehen will, wie du es offenbar tust - bitte schön. Ich habe kein Problem damit ... ich könnte Dieter Bohlen sein und Menschen würden von mir behaupten "Der hat doch nichts erreicht im Leben." ... also, was soll's?
Da ist mir die Zeit irgendwie zu schade ... und eigentlich sprichst du wohl mehr von dir als von mir bzw. über dich ... wie ich finde.

Insofern entscheide ich mich für Variante
2. einfach mal alles so stehen lassen wie es ist und auf die Lese- und Verständnisfähigkeiten der Leser vertrauen ...

Allein diese Kombination von Worten hier ...
Mechthild hat geschrieben:
Micha136 hat geschrieben:Für mich beginnt Identitätsarbeit im Innern und zwar allein, durch Reflexion ... erst dann gehe ich nach außen. Wenn ich nichts zu sagen habe, halte ich den Mund ...
Die letztere Aussage kann ich nicht bestätigen :smile
... ist doch ein wunderbares Beispiel für die Vieldeutigkeit von Internettexten :)

Insofern geht der Igel (rechts unten im Bild und heute mal nicht nachtaktiv :)) jetzt erstmal wieder schlafen und wünscht allen eine Gute Nacht ... Micha.


Bild

Quelle: http://www.exmatrikulationsamt.de/index ... ic=6039164
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Re: Anonymität ...

Beitrag von Micha136 » 27. Mai 2009 16:58

Hallo liebe Mechthild,

hab's mir doch anders überlegt ... ich schwankte ja zwischen zwei Varianten und habe eine Mittelweg-Lösung gefunden.

Ich denke, unwahre Behauptungen sollte man berichtigen ... soviel bin ich mir doch irgendwie wert. Manchmal tun ein paar Tage Pause gut, um die persönlichen Angriffe abprallen zu lassen und die sachliche Informationen herauszufiltern. Daraus entstehen dann unter Umständen neue sachliche Informationen ... das persönliche kann dann jeder mit sich selbst ausmachen. Ich hab's so weit getan ... nun zur eigentlichen Sache. Da du sehr viel geschrieben hast ... werde ich mir in den nächsten Tagen immer mal einen Teil "vornehmen" ...

Die Thread heißt ja nicht umsonst "Anonymität" ... und ich bringe mal versuchsweise etwas Transparenz hinein.
Mechthild hat geschrieben:Nehmen wir Deinen Beitrag von heute wegen des Nachteilsausgleichs. Abgesehen davon, dass der einen völlig unnötigen Hieb auf JonnyHell enthält, in dem Du aber alle Nutzer, die anonym schreiben, gleich in Miskredit bringst, fand ich es aufschlussreich, dass Du Deine Abinote erwähnst. Für mich ein Bündel an Informationen, ob die nun wahr sind oder nicht, das ist ja unerheblich. So läuft Kommunikation ab. Ich dachte unter anderem: Und dabei soll das sächsische Abitur schwer sein. Wer weiß, wieviel Zehntel Stottern als Plus gebracht hat. Er ist stolz auf die Note, jetzt noch. Er möchte Anerkennung. Er wollte und will gut sein, eine Art Star. Erfolge, die er später nie wieder hatte, auch weil's im Erwachsenenleben anders abläuft als in der Schule. Eine narzisstische Kränkung? Diskrepanz zwischen idealisiertem Selbstbild und tatsächlicher Realität? Eine Erklärung für sein Verhalten? ...
Zur "allgemeinen" Info ... Mechthild meinte konkret diesen Beitrag.

Es ist richtig, dass ich einige Personen konkret anspreche, doch "Getroffene Hunde bellen" und ich denke, jede/r kann sich dann schon seinen Teil rausnehmen ... was ich allgemein geschrieben habe, ist ja m.E. nicht falsch. Ein Internetforum ersetzt nun mal keine Behörde, wo Frau A oder Herrn B mit realen Besichtern arbeiten ... Es ist ein Informationspool - nicht mehr und auch nicht weniger.

Ich fand es witzig, dass du auf die von mir erwähnte Abinote anspielst, Mechthild ... in der Tat habe ich die erst später ergänzt, beim zweiten Durchlesen, weil ich dachte 'Ist das wirklich wichtig?'. Doch ich wollte dem Gedankengang vorbeugen 'Der kann viel von guten Abinoten schreiben, glauben muss ich es dennoch nicht.' ... doch was machst du Mechthild? :) ... ich erkenne da schon etwas mehr Misstrauen meinen Aussagen gegenüber, statt einer gesunde Skepsis. Und Misstrauen schadet letztlich dir selbst am meisten ... Welchen Grund sollte ich denn haben zu lügen???

Ob das sächsische Abi nun schwer ist oder nicht, interessiert dich als Abiturient eigentlich wenig, denn das nützt dir auch nicht allzu viel. Zur Info: ich war in einer Art "Spezialschule" für mathematisch-naturwissenschaftlich-technische Richtung und eine Klassenlehrerin erzählte bei einem Klassentreffen Ende der 1990er Jahre mal, dass sie beim Einstellungsgespräch Ende der 1980er Jahre vom Direktor bzw. der Interviewperson sinngemäß gesagt bekam: "Lernen sie damit umzugehen, dass es einige Schüler geben wird, die mehr wissen als sie." ... Mit anderen Worten - die besagte Schule war eine der in der DDR-Politik der 1980er Jahre geförderte "Kaderschmiede". Man hatte trotz aller Gleichheitsgedanken im Osten irgendwann erkannt, dass es gut ist, wenn man Eliten vorher schon fördert. Im "Westen" waren das andere Schulformen ... oder Privatschulen, wo meist das "nötige Kleingeld" ausschlaggebend war.

Ich stelle das nur insofern klar, dass ich weiß, woher ich komme und ob ich nun darauf stolz bin oder nicht, kann ich nicht mal sagen. Ich stehe zu "meiner Vergangenheit" :) ... warum sollte ich etwas verschweigen? Warum sollte ich nicht auch andere Menschen an einem Teil DDR-Geschichte teilhaben lassen. Zudem in persönlicher Art und Weise - das fehlte dir doch an meinen Beiträgen immer :) ...
Was etwas zu kurz kam, war die geisteswissenschaftliche Schiene ... da gab es jahrelange Strategie"kämpfe" zwischen einigen Lehrern und ich bin insbesondere jenen Lehrern dankbar, die sich davon nicht unnötig beeinflussen lassen haben, sondern ihren Beruf zur Berufung gemacht haben und wussten, dass sie uns etwas beibringen wollten. Ob es immer die richtigen Mittel waren, sei einmal dahin gestellt ... definitiv kann ich jedoch sagen, dass die Ausbildung hochgradig war. Was mich allerdings nicht von praktischen Lebenserfahrungen abgehalten hat :) ... Theorie ist eben nur die eine Seite, Praxis die andere: z.B. hier: http://www.ob-winkler.com/seiten/Mathem ... Praxis.htm

Gut finde ich deine psychologischen Erklärungen, Mechthild :) ... wenn sich jemand für meine Psychologie interessiert, dann ist es entweder eine sehr nahe Freundin :) ... oder jemand, der sich da gerade selbst beschreibt ... äußerst selten beides zusammen :)

Kannst du dir vorstellen, dass ich den Abiturnoten-Fakt nur aus reiner Informationslust erwähnt habe und nicht primär um mir da dreimal auf jede Schulter zu klopfen?

Noch witziger ist dieser deiner Satz "Erfolge, die er [also ich Micha] später nie wieder hatte, auch weil's im Erwachsenenleben anders abläuft als in der Schule."
Nein, was du nicht sagst, Mechthild? :) ... eines weiß ich jedoch immer noch nicht, du hast mich noch nicht einmal gesehen, geschweige denn weißt du, was ich mache und wie usw. und stellst Vergleiche á la "gute Erfolge, schlechtere Erfolge" bzw. "mehr Erfolg und weniger Erfolg" an.
Woran machst du denn Erfolg fest, Mechthild? An der Note? Am Gehalt? An der Anzahl der Frauen (oder wahlweise Männer), die man "hatte"? :) ... lass mal hören, bin gespannt ...

Ich gehe insofern mit dir mit, dass wir alle unser Leben rückblickend etwas anders betrachten als im Moment des Erlebens ... doch das ist bei allen Menschen so. Und warum sollte man nicht ab einem gewissen Punkt, Dinge auch benennen können, ohne dabei gleich zu denken 'Hmm, klingt das jetzt arrogant?', 'Ist das gut, das zu schreiben?', 'Interessiert das überhaupt jemanden?' ... Ja, auch das hat etwas mit Authentizität, Identitätsfindung und Angstabbau zu tun ... das gehört für mich zu den 90% des Stotter-Eisberges ...

Tja, so einfach ist das eigentlich ... und dafür braucht der Micha-Typ so viele Worte :) ... hmm, im Sich-kürzer-Fassen kann er wirklich noch erfolgreicher werden - absolute Zustimmung, Mechthild, falls dir diese Gedanke gekommen sein sollte :)

Alles Gute, Micha.
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Warum schreibt ihr anonym?

Beitrag von Micha136 » 31. Mai 2009 12:48

Ein Hallo an alle,

ich möchte den Pfingstsonntag nutzen, um das Thema "Anonymität" mal von einer weiteren Seite zu beleuchten.

Anonymität hat auch immer etwas mit Unwissenheit zu tun bzw. damit, dass die anonym bleiben wollende Person, alle andere Personen, etwas nicht wissen lassen möchte. Dafür gibt es gute Gründe, die auch keiner Erklärung bedürfen. Dennoch sind Menschen ja von Natur aus neugierig und Fragen kommen einem eben manchmal so in den Sinn.

Ob man dann seine Fragen an die betreffende Person richtet oder nicht, kann jeder selbst entscheiden. Ebenso wie der Gefragte auf die evtl. gestellte Frage nichts sagt, ausweichend antwortet oder - aus welchen Gründen auch immer - lügt oder zumindest "notlügt", wobei ich jetzt die letzten beiden Fälle nicht weiter beleuchten möchte.

Nun hat Mechthild dankenswerterweise diesen Themenkomplex noch einmal aufgegriffen und mich gebeten "Rede und Antwort zu stehen". Was ich hier auch ansatzweise tun möchte ... ich hoffe da auf Kooperation und sehe es keineswegs nur als Dialog zwischen mir und Mechthild, sondern möchte es für alle Interessierten offen gestalten ... Mechthild warf "lediglich" einige Stichworte in den Forumsraum, die ich gern aufgreifen möchte.

Konkret möchte ich auf diesen Absatz eingehen ...
Mechthild hat geschrieben:Das Recht für jeden, seine Grenzen zu wahren, ist für mich nicht verhandelbar. Auch nicht belaberbar. Dafür steht der Punkt. Ich werde dafür eintreten, dass zum Beispiel Du hier kein Klima erzeugst, in dem Leute sich dafür rechtfertigen müssen, hier namenlos zu schreiben.
Nein.
Im Gegenteil, stehe Du Rede und Antwort, weshalb Du andere bedrängst. Und dabei Dich selber hinter Fragen, Andeutungen, Unpersönlichkeit versteckst.
Jeder Mensch kann seine Grenzen wahren, wie er möchte ... insbesondere im Internet. Dass es im realen Leben immer wieder mal Grenzen gibt, stellen wir wahrscheinlich jeden Tag mehrfach fest. Wir können sie nur selbst für uns verschieben, ohne dabei die Grenzen anderer Menschen zu übertreten. Da letzteres immer mal wieder vorkommt, kommt es auch zu Missverständnissen, Verstimmungen, Streits usw. ...

Es geht auch keineswegs darum, anonym schreibende Menschen zu einer Rechtfertigung für ihre Anonymität aufzufordern oder gar zu drängen. Rechtfertigen braucht man sich niemandem gegenüber, doch man kann es erklären. Zwischen Erklärung und Rechtfertigung liegt mitunter ein himmelweiter Unterschied.

Eine Erklärung ist eine (möglichst) sachliche Beschreibung gewisser Dinge, wie z.B. "Warum ich lieber anonym schreibe". Zu einer Rechtfertigung wird es erst dann, wenn ich mich durch die Frage persönlich angegriffen fühle und für den Gegenüber erscheint es dann auch schnell mal als Ausrede oder sprachlich anders ausgedrückt als Entschuldigung.

Doch dies alles ist gar nicht nötig, wenn man sich denn selbst im Klaren ist und das so offen sagen/schreiben kann, wie z.B. durch einen Satz wie "Ich möchte eben nicht mehr von mir preisgeben."

Zudem gibt es ja verschiedene Formen bzw. Abstufungen der Anonymität, wobei man andere völlig im Dunkeln lässt (weder Name noch Wohnort) oder eben einen Teil offen einschaubar lässt. Das hat ja letztlich auch etwas mit dem individuellen Wunsch des Gesehens- und Wahrgenommenwerdens zu tun. Je nach Persönlichkeit kann man da bis "völlig anonym" bis "sehr offen" gehen. Und das alles sagt ja auch noch nichts darüber aus, was die Person dann schreibt. Wir wissen vielleicht hier aus dem Leben einiger Menschen mehr als über unsere Nachbarn ... so ist das eben im Internetzeitalter - das ist ja auch das interessante.

Und um zum Schluss doch noch etwas konkreter auf Mechthilds Anmerkungen einzugehen, möchte ich noch kurz erklären, warum ich verhältnismäßig offen im Internet agiere (1) und hier zwei Identitäten habe (2).
(1) weil ich denke, dass ich mich im Internet genauso verhalten möchte wie im realen Leben und weil ich selbst vorher entscheide, was ich sagen möchte und was nicht ... und weil ich sehr wohl eine Verbindung zwischen dem Geschriebenen und meiner Person beabsichtige
(2) manchmal wird mir langweilig und ich nehme einen Rollentausch vor ... und deshalb auch das Kinderbild ...
Kinder stellen gern Fragen und sind immer neugierig ... so lange bis sie einige Eltern durch ihr Schweigen oder durch unzureichende Antworten "zum Schweigen" gebracht haben.
Tja, vielleicht lebe ich hier auch ein Stück Kindheit aus??? ... fiel mir gerade so ein die Frage :)

In diesem Sinne ... Alles Gute und vielleicht möchtet ihr eure Beweggründe schreiben, warum ihr anonym, teilweise anonym oder offen im BVSS-Forum schreibt ... danke allen Interessierten im Voraus, Micha.
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Warum schreibt ihr anonym?

Beitrag von Ernst-Martin » 31. Mai 2009 19:30

Micha136 hat geschrieben: In diesem Sinne ... Alles Gute und vielleicht möchtet ihr eure Beweggründe schreiben, warum ihr anonym, teilweise anonym oder offen im BVSS-Forum schreibt ... danke allen Interessierten im Voraus, Micha.
Pfingstsonntag - erleuchtet vom Hl. Geist? - schreibe ich meine Meinung dazu gerne:

1) anonym: damit mich der Nachbar mit seinem Suchprogramm nicht ohne weiteres findet ... "der spinnt ja", weil ich seine nicht Meinung getroffen habe ...
2) schön ist es, wenn jeder seine Behauptung auch begründet und vielleicht auch das Alter in Betracht zieht (mit 17 denkt man anders als mit 70 Jahren)
3) wer mehr von sich preisgeben will, ohne allzu harsche Kritik fürchten zu müssen, kann es ja per pn schreiben, Messenger usw.,

Wenn sich einer von uns einsam fühlt soll er sogar schreiben .... oder seine Problemchen zum Diskutieren geben!
§prost
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Re: Anonymität ...

Beitrag von Qwent » 31. Mai 2009 23:11

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Re: Anonymität ...

Beitrag von ---***--- » 1. Juni 2009 01:37

Hi Quent,

ich finde den Punkt "Googelbarkeit" wichtig. Hier sind diejenigen mit Adresse und Telefonnummer im Profil aktiv, die für sich werben wollen, in welcher Form auch immer. Für andere besteht kein Interesse, leicht auffindbar zu sein.
Qwent hat geschrieben:Menschen die von vornherein daraus aus sind Krawall zu stiften und keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen wollen werden sich immer versuchen in die Anonymität zu flüchten, ob hier im Forum oder im realen Leben.
Meines Erachtens verquickst Du nun selber Anonymität mit Verhaltensweisen. Ich sehe eher "Offene", die keine Verantwortung für ihr Handeln übernehmen...

Wie wir alle wissen, ist Anonymität im Internet relativ. Zum einen können sich Nutzer persönlich kennenlernen. Zum anderen ist ein Forum kein rechtsfreier Raum. Bei entsprechenden "Vergehen" kann die Anonymität aufgehoben werden.
Qwent hat geschrieben:In dem angesprochenen Thread ist einer anonym und einer nicht (was du nicht erwähnt hast) und das Ganze ist eine einzige unsinnige verbale Kraftmeierei ohne jeden Nährwert , wo bei mir lediglich die Frage auftaucht: Warum hat Andreas den Thread nur gesperrt und nicht komplett gelöscht?
Verbale Kraftmeierei stimmt. Ich denke, Micha sieht im "anonymen" Part den Schuldigen. Für mich hatte dieser Thread trotzdem einen hohen Erkenntniswert. Es lässt sich so einiges aus dem Kommunikationsverhalten und Diskussionsstil rausziehen. Wie die beiden das nun untereinander regeln, müssen sie selber wissen.
Kann sein, dass so ein Forum nicht jedem liegt. Aber wenn man das Mittel nutzen will, um zu werben, sollte man es auch beherrschen. Niemand hat die Beteiligten gezwungen, zu schreiben. Es muss allen klar gewesen sein, dass solche Sätze stehen bleiben. PR-Debakel. Wenn ich mich über Therapien und Therapeuten informieren möchte, ist der Thread höchst aufschlussreich.

Grüße, Mechthild

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Re: Anonymität ...

Beitrag von Qwent » 1. Juni 2009 15:03

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Re: Anonymität ...

Beitrag von Micha136 » 1. Juni 2009 16:48

Mechthild hat geschrieben:Ich denke, Micha sieht im "anonymen" Part den Schuldigen.
Ich möchte mich an dieser Stelle nur auf diesen Satz beziehen, Mechthild ...
Wenn viel Geschrieben wird, gehe ich nicht mehr auf die wahren Dinge ein (weil das gut und ausreichend ist, dass es erwähnt wurde), sondern konzentriere mich auf die Fehlinterpretationen, insbesondere wenn's persönlich wird.

Ich sehe in der "Anonymität" keine Frage, die etwas mit Schuld zu tun hat. Das Wort "Schuld" ist geschichtlich und sprachlich derart überfrachtet und drückt Menschen in die Passivität - hat wahrscheinlich mit den christlichen Wurzeln Europas zu tun.
Ich hatte das an anderer Stelle im Forum schon einmal beschrieben: http://forum.bvss.de/viewtopic.php?p=14430#p14430

Mir geht es um VERANTWORTUNG ... und wenn ich etwas tue, dann bin ich dafür verantwortlich. Es wäre von Vorteil, sich dessen ab und zu bewusst(er) zu werden.

Ich bin nicht daran interessiert, eine Diskussion in der Enge zu führen, nur weil ich jemand "schuldig" sprechen will. Mir geht es um die reine Klärung von Sachfragen ... deshalb suchen Menschen auch Rat hier im Forum.
Wer seine Probleme nicht als Herausforderung für sich selbst ansehen kann und diese woanders ausleben möchte, der kann dies gern tun, doch wird auch mit den Konsequenzen leben können ("müssen") ...

Der vermeintliche Schutz durch die Anonymität lässt sich für mich am ehesten mit dem Vermeidungsverhalten beim Stottern vergleichen. Beim Stottern möchte ich keinen wissen lassen, dass ich stottere (aus welchen Gründen auch immer), bei der Anonymität möchte ich nicht mehr von mir preisgeben als ich für notwendig halte. Beides hat mit dem Thema innerer Angst, resultierend in öffentlich wahrnehmbaren Unsicherheiten, zu tun.

Ich spreche keinen dafür "schuldig", dass er Ängste hat - diese hat jeder Mensch, auf verschiedenen Gebieten und in unterschiedlichen Ausprägungen ... doch ich erlaube mir zu fragen: "Warum habt ihr Angst und wovor eigentlich?"

So weit, so gut ... einen entspannten Kindertag ... Alles Gute, Micha (der eigentlich glaubt, dass jeder Tag im Jahr ein Kindertag sein könnte :))
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Re: Anonymität ...

Beitrag von Jaspis » 1. Juni 2009 18:15

Hallo,
ich bereue inzwischen etwas, daß ich nicht unter einem Pseudonym schreibe, da ich das Thema "Googlebarkeit" heute ernster sehe als bei der Anmeldung. Dabei geht es mir nicht darum, daß Bekannte oder Arbeitskollegen erfahren können, daß ich stottere. Nein, es hemmt mich eher noch persönlichere Statements abzugeben, die ich außerhalb der Forumsgemeinde nicht äußern möchte.
Aber anderseits will ich auch erkennbar bleiben, denn aus der virtuellen Forumswelt sind auch schon reale persönliche Kontakte enstanden und die will ich nicht missen. Von daher sehe ich in meinem Fall meinen echten Vornamen als akteptablen Kompromiss, da der Name, vor allem im amerikanischen Raum, auch sehr verbreitet ist und man schwer gezielt nach mir googlen kann (habe ich natürlich schon ausprobiert! ;-) ).

Ich denke, jede/r sollte die Identität in einem Forum annehmen (dürfen), die es ihr/ihm ausreichend erlaubt aus sich herauszugehen und durch das Schreiben Dinge zu be-/verarbeiten, in unserem Falle: Stottern.

Gruß, Karen

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Re: Anonymität ...

Beitrag von Micha136 » 1. Juni 2009 18:30

Karen hat geschrieben:ich bereue inzwischen etwas, daß ich nicht unter einem Pseudonym schreibe ...
Bereuen bringt nichts, Karen ... Ich halt's da gern mit Robbie Williams Songs "No regrets" ... "No regrets ... they don't work".
Alles, was wir getan haben, ist okay so ... wenn wir uns bewusster werden, warum wir es getan haben ... hat schon alles seinen Sinn ...
Karen hat geschrieben:Ich denke, jede/r sollte die Identität in einem Forum annehmen (dürfen), die es ihr/ihm ausreichend erlaubt aus sich herauszugehen und durch das Schreiben Dinge zu be-/verarbeiten, in unserem Falle: Stottern.
Genau darum ging es mir auch bei der ganzen Thematik, Karen.

Wenn irgendjemand, meine Intention nach einer Diskussion um das Thema "Anonymität" so verstanden haben sollte, dass ich alles "gläsern" haben möchte, nur weil ich mich selbst mehr oder minder offen erkennbar zeige, dann kann ich nur sagen, dass dem nicht so ist.

Ich gebe jedoch gern zu, dass ich vermute, dass sich die Grenzen der eigenen Offenheit verschieben, wenn man sich selbst mehr und mehr öffnet. Ich mache auch keinen Unterschied mehr, ob ich im Internet etwas schreibe oder es so sagen würde - wie bereits schon erwähnt.

Alles in allem, geht es ja darum, seine eigenen Grenzen immer mal wieder neu auszuloten und auszutesten ... und mir liegt einfach ein bisschen was an einem Gespräch darüber ... deshalb auch die Einstellung dieses Threads :) ...

As simple as that, sozusagen ... wenn alles schon vorher klar wäre, bräuchte die Menschen keine Worte :)

Alles Gute und weiterhin allen viel(e) Freu(n)de beim Schreiben und Lesen ... Micha.
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Re: Anonymität ...

Beitrag von Jaspis » 1. Juni 2009 22:27

Micha136 hat geschrieben:Bereuen bringt nichts, Karen ... .
Alles, was wir getan haben, ist okay so ... wenn wir uns bewusster werden, warum wir es getan haben ... hat schon alles seinen Sinn ...
Hallo Micha, das eine schließt in meinen Augen das andere nicht aus. Eher im Gegenteil, erst wenn einem bewußt(er) geworden ist, warum man was getan hat, kann man doch erst ernsthaft bereuen, oder? Also, mir bringt das schon was, kann ich Dir versichern!
Gruß, Karen

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Re: Anonymität ...

Beitrag von Micha136 » 2. Juni 2009 01:34

Karen hat geschrieben:
Micha136 hat geschrieben:Bereuen bringt nichts, Karen ... .
Alles, was wir getan haben, ist okay so ... wenn wir uns bewusster werden, warum wir es getan haben ... hat schon alles seinen Sinn ...
... das eine schließt in meinen Augen das andere nicht aus. Eher im Gegenteil, erst wenn einem bewußt(er) geworden ist, warum man was getan hat, kann man doch erst ernsthaft bereuen, oder? Also, mir bringt das schon was, kann ich Dir versichern!
Gruß, Karen
Karen, also ich versuch's dieses Mal wirklich kurz ... :)

Wenn "bereuen" für dich heißt "beim nächsten Mal anders machen", dann stimme ich dir zu.
Wenn es allerdings heißt "Hätte ich es doch anders gemacht.", dann nicht.

Vielleicht lag da einfacher der Punkt, an dem wir uns verständigen wollten - ist eben eine Frage des Anders-Sprechens sozusagens :)

Alles Gute und gute Nacht für heute, Micha.
Neues Leben - neues Glück :)

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bereuen

Beitrag von Qwent » 3. Juni 2009 20:14

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Zuletzt geändert von Qwent am 16. Januar 2011 13:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: bereuen

Beitrag von Micha136 » 3. Juni 2009 20:44

Qwent hat geschrieben:Wenn jemand etwas „bereut“ ist dies immer ein Erkenntnisgewinn, von daher bringt es immer etwas. Er/sie hat die Erkenntnis gewonnen das etwas nicht optimal gelaufen ist und kann in Zukunft entsprechen handeln, bzw. aktuell korrigieren.

Konfuzius sagte angeblich: „Wenn du einen Fehler machst und du korrigierst ihn nicht, macht du einen zweiten Fehler“. :yes:
Verwendet Konfuzius etwa das Wort "bereuen", Qwent? :)
Kannte er das Wort überhaupt?

Der Wikipedia-Eintrag zum Thema "Reue" scheint mir doch sehr europäisch-christlich verankert ... http://de.wikipedia.org/wiki/Reue

Ich würde es eher mit Geläutert-Sein beschreiben, obwohl mir das Wort auch nicht richtig gefällt ...
Hmm, vielleicht Erkenntnis (wie du auch, stelle ich gerade - wieder - fest :)) ...
Ein Erkennen und Verändern wollen, ohne noch dabei zu denken "Hätte ich es nur damals anders gemacht, dann müsste ich das jetzt nicht machen." ... Nein, die Vergangenheit war okay so, wenn auch vielleicht nicht gut so, doch dafür gibt es ja das Hier und Jetzt.

So würde ich das beschreiben wollen ... Alles Gute, Micha.
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