ein stotternder Neonazi

Alles ohne Bezug zum Stottern: zum Blödeln, für Kochrezepte, über Gott und die Welt
Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 26. Oktober 2008 23:42

Ein Hallo an alle, hallo JonnyHell,
JonnyHell hat geschrieben:... Aber wenn ein Mann mit über 30 keine Erfahrungen mit Frauen hat, dann stimmt definitiv mit ihm gehörig etwas nicht.
Hoppla, was mach' ich denn da als 33jähriger? :) :) :)
JonnyHell hat geschrieben:Es ist auch falsch, immer Toleranz zu zeigen. zB verdienen (stotternde) Neonazis eben keine.
Wegen des Stotterns nicht oder weil er oder sie ein/e "Neonazi" ist? :)

Alles Gute, Micha.

2412

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von 2412 » 27. Oktober 2008 00:04

Lieber Michael,

Wenn du eine andere sexuelle Präferenz haben SOLLTEST, ist deine Frage höchst unfair und nicht wirklich lustig. Immerhin geht aus meinen Aussagen - so will ich doch hoffen - hervor, dass nicht nur Frauen gemeint sind, sondern generell sexuelle Erfahrungen - wie auch immer sie beschaffen sein mögen.
Solltest du heterosexuell sein, so sehe ich keinen Anlass mich ausführlicher zu erklären. Das hier ist immerhin ein Stotterforum.


Was Nazis angeht, so ist Toleranz gegenüber der Intoleranz nicht angebacht. Eine derartige Ideologie muss bekämpft werden und zwar mit allen Mitteln, die ein Rechtsstaat bietet.

Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 27. Oktober 2008 02:25

Hallo lieber Johnny,
JonnyHell hat geschrieben:Wenn du eine andere sexuelle Präferenz haben SOLLTEST, ist deine Frage höchst unfair und nicht wirklich lustig. Immerhin geht aus meinen Aussagen - so will ich doch hoffen - hervor, dass nicht nur Frauen gemeint sind, sondern generell sexuelle Erfahrungen - wie auch immer sie beschaffen sein mögen.

:) Okay, Jonny, ich geb's zu ... ich habe mir einen kleinen augenzwinkernden Scherz erlaubt ... ganz einfach aus dem Grund, weil mir in deinem Beitrag von 23:38 Uhr einiges recht absolut rüberkam ... :) ... da konnte ich einfach nicht anders.
Klar habe ich auch Freunde, die mit 30 und drüber keine bis sehr wenig sexuelle Erfahrungen haben, doch definitiv stimmt mit denen nicht mehr oder nicht weniger nicht wie mit Ü30 mit sexuellen Erfahrungen. Sie haben nur andere Probleme :) ... die einen wollen vielleicht das erste Mal überhaupt, die anderen immer wieder das erste Mal :)
JonnyHell hat geschrieben:Solltest du heterosexuell sein, so sehe ich keinen Anlass mich ausführlicher zu erklären. Das hier ist immerhin ein Stotterforum.

Hoppla, kommt jetzt gleich wieder die "Off-Topic-Keule" von irgendeiner Seite? :) ... oder sind einige schon so vorsichtig geworden, dass sie sich in vorauseilendem Gehorsam üben? :)
JonnyHell hat geschrieben:Was Nazis angeht, so ist Toleranz gegenüber der Intoleranz nicht angebracht. Eine derartige Ideologie muss bekämpft werden und zwar mit allen Mitteln, die ein Rechtsstaat bietet.
Ein bisschen musste ich bei in diesem Fall doppeldeutigen Wort "Rechtsstaat" schmunzeln ...
Doch im Ernst, ich habe einige Rechte kennengelernt und wesentlich mehr Linke und sog. Linke. Meine Erfahrung sind die, dass einige unter den Linken keineswegs besser sind als die sog. Rechten. Schon der Slogan "Keine Toleranz den Intoleranten", den du hier auch zitierst, lässt mich wieder an Dinge erinnern, die alles andere als tolerant, emanzipatorisch, anti-rassistisch etc. sind ...
Meine Erfahrungen beim sog. freien Radiosender "coloradio", habe ich im April 2008 mal in Reimform zusammengefasst - "Die selbst(ge)rechten unter den Linken".

In diesem Sinne, alles Gute und Entspannung :) - schau dir deine Feinde erst genau an, bevor du sie bekämpfst :) ... Micha.

2412

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von 2412 » 27. Oktober 2008 09:39

Es entbehrt schon nicht gewisser Ironie, dass man von einem Film über Juden auf Nazis kommt - und das in einem Stotterforum *seufz*.

Nur so viel zu den Nazis: Ich beschäftige mich seit Jahren mit Extremismus und zwar von beiden Seiten. Ich muss immer wieder schmunzeln, dass nicht selten entgegnet wird, die "Linken" seien ja nicht besser. Welche Linken denn? Befürwortet eine Claudia Roth Gewalt? Sympathisiert ein Steinmeier mit Honecker? DAS sind die Linken. Dass der Linksextremismus (ungleich "die Linken") gewaltbereit und in Zügen dem braunen Pendant in nicht unbedingt viel nachsteht, bestreitet niemand. Allerdings ist es skurril, bei einer Debatte über Räuber relativistisch auf Taschendiebe zu verweisen.

Fakt ist, dass der Rechtsextremismus (nicht nur) in Deutschland kriminelle Ziele verfolgt, wie etwa die Ausweisung aller Menschen, die von den Nürnberger Rassegesetzen als "Fremdrassige" erfasst werden, wie etwa Abschaffung der Demokratie und Installation eines Systems nach dem Vorbild des Dritten Reiches. Fakt ist, dass der Rechtsextremismus den Holocaust leugnet und einen primitiven und in seiner Form an den NS angelehnten Antisemitismus betreibt. Vorbild ist ganz klar die Ideologie des historischen Nationalsozialismus, einhergehend mit all seinen Grausamkeiten.

Dieses romantische Bild des Nazis, mit dem man auch mal ein Bier trinken kann, hatte auch der englische Premier Chamberlain, der Hitler u.a. das Sudetenland annektieren ließ und mit seiner bekannt gewordenen Appeasement-Politik den Weg in das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte bereitete. Glücklicherweise wurde Chamberlain, nachdem die Nazis sich auch noch Norwegen und weite Teile Frankreichs einverleibten, von den Engländern zurecht für unfähig befunden und vom Stotterer Winston Churchill abgelöst, der mit harter Hand und kühlem Verstand die Errettung Europas betrieb und von dem auch der Satz stammt: "An appeaser is one who feeds a crocodile, hoping it will eat him last".

Viele Grüße,
Jonny

PS: Im Übrigen finde ich es makaber, dass du als Schwuler im Grunde Partei für Nazis ergreifst. An der eliminatorischen Homophobie des Rechtsextremismus hat sich nämlich keineswegs etwas geändert. Falls du Interesse hast, kann ich dir per PN mal ein paar Threads aus dem deutschen Neonazi-Forum "Thiazi" zeigen - ich könnte fast wetten, da klappt dir die Kinnlade in den Keller.

Benutzeravatar
Jaspis
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 945
Registriert: 27. August 2007 22:04
PLZ: 65xxx
Ort: Hessen
BVSS-Mitglied: ja

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Jaspis » 27. Oktober 2008 10:23

Hallo Moderatoren,
ich finde, hier sollte eingegriffen werden.
Dank & Gruß, Karen

Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 27. Oktober 2008 12:50

Hallo liebe Karen, lieber Jonny,

hier muss nicht eingegriffen werden, Karen :) ... es sind lediglich Missverständnisse, nicht mehr und nicht weniger.

Als erstes - ich bin, glaube ich, nicht schwul oder homosexuell oder beides ... - habe einige homosexuelle FreundInnen, doch sooft ich mal drüber nachgedacht habe, "ob mir das mal passieren kann" ... irgendwie ist es nicht "my cup of tea". Das sahen wirklich homosexuelle Männer manchmal offenbar etwas anders :) ... da könnte ich Geschichten erzählen ... doch du hast recht, JonnyHell, dass wäre dann Off-Topic.
Wie gesagt, meine Frage, was ich als 33jähriger da mache etc., waren bewusst offen gestellt, um dich ein bisschen aus deiner m.E. recht starren Sichtweise hervorzulocken ... ist mir ja offenbar auch recht gut gelungen :) ...
Ich hoffe, du siehst es als sportlichen Wettkampf, JonnyHell ...

Zu den Nazis, ich bin mir ziemlich bewusst, dass wir zu Zeiten des 3. Reiches ein recht schweres Leben gehabt hätten. Worauf ich hinaus wollte, ist in erster Linie, dass z.B. der Satz "Keine Toleranz den Intoleranten", der da bei dir m.E. durchschwingt, zeigt, dass man sich damit das größte Eigentor überhaupt schießt, denn es spricht einem die eigene Existenz ab.
Ein "Mit uns oder gegen uns" funktioniert auf horizontaler Ebene nicht, wo sich recht und links befinden. Sehr wohl jedoch in der Vertikalen ... diejenigen in der Evolution, die sich nicht den Umweltverhältnissen anpassen, werden - ganz biologisch aussterben. Das Problem ist nur, dass viele denken, dass sie den anderen evolutionär überlegen seien und eigentlich noch genau in dem selben evolutionären Stadium verhaftet sind, wie diejenigen, über die sich urteilen ... bzw. in vielen Fällen, sind sie sogar evolutionär unterentwickelt und da das Gehirn nicht so mitmacht, müssen sie alle über ihnen möglichst ausrotten ... wie im Tierreich, vermute ich ... naja, obwohl dort ein bisschen Instinkt besser wirkt :) ... die Menschen töten sich ja gegenseitig nicht einmal um zu überleben, sondern aus Dummheit, Egotrips und alle Perversitäten, die man sich gar nicht so vorstellen kann ...

Und wenn dann noch die Intelligenz ausgerottet wird, geht's evolutionär fast schon "nach hinten" bzw. unten ... als Extremismus-Kenner weißt du ja wovon ich spreche.

Im Übrigen halte ich Stottern für eine evolutionäre Weiterentwicklung.

So weit, so gut ... ich binde mal als nächste Botschaft die Antwort von Alina Bronski ein ... um wieder zum Thema zu kommen :) ... sorry, war mein Ding, dass wir diese Umleitung genommen haben ...

Alles Gute, Micha.

PS: Ach, Jonny, kannst du dir vorstellen, dass es vielleicht mittlerweile oder schon immer auch schwule Nazis gibt? :)

Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 27. Oktober 2008 13:14

Frau Alina Bronski hat dankenswerterweise schnell auf meine Anfrage vom 25.10.2008 geantwortet:
Montag, 27.10.2008, 9:15 Uhr

Lieber Michael Winkler,

danke für Ihre Mail. Allerdings muss ich gestehen, dass es für einen Autor keine unsinnigere Aufgabe geben kann, als Rezensionen zu analysieren, öffentlich zu kommentieren oder gar richtigzustellen, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Ich habe dazu weder Zeit noch Lust. Was der betreffende Rezensent denn nun genau sagen wollte und welche Motivation dahinter steckte - das sind alles Fragen, die nicht an mich gehen sollten.

Gewundert habe ich mich über Ihre Bitte, Ihnen Seitenzahlen zu nennen. Mein Buch ist auf vielen Wegen frei erhältlich. Es steht jedem frei, sich damit zu beschäftigen. Wahlweise auch mit meiner Website http://www.scherbenpark.de, auf der auch viele andere Rezensionen verlinkt sind. Aber irgendwelche Sätze für Sie rauszusuchen, weil es Ihnen zu viel ist, 300 Seiten zu lesen - das kann nicht in meinem Sinne sein. Es wird Sie kaum wundern, dass ich als Autorin mir wünsche, dass Menschen sich entweder ernsthaft mit meinem Buch beschäftigen - oder gar nicht. Jedenfalls bin ich sicher, dass die Lektüre meines Buches viele Ihrer Fragen beantworten würde.

Mit den besten Grüßen

Alina Bronsky

Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 27. Oktober 2008 13:19

Wenn jemand so schnell und ausführlich antwortet, wollte ich meine Erkenntlichkeit zeigen:

Montag, 27.10.2008,12:13 Uhr
Liebe Alina Bronski,

danke für Ihre schnelle Antwort ...

Ich kann sehr gut verstehen, dass Sie kein Interesse daran haben Rezensionen zu analysieren bzw. dann vielleicht noch die Rezension der Rezension :) ...

Da ich die Diskussion unter den stotternden Menschen zwecks der erwähnten "stotternden Nazis" etwas sachlicher gestalten wollte, habe ich mich ja den Weg einer Analyse wählen wollen. Da ich Ihre Gründe, dass 300 Seiten machbar sind, verstehen kann und Sie mir ihr Buch sicher "schmackhaft" machen wollen, d.h. mich zum Lesen inspirieren wollen. Da ich jedoch ebenso meine Gründe habe, zu schreiben, dass mir 300 Seiten "etwas viel" sind ... kurzum: ich lese sehr viel, sehr viel quer und daher dachte ich, Sie könnten mir vielleicht helfen bei einer Klärung des Sachverhalts ...

Um die Sache auf den Punkt zu bringen, mach ich es mal versuchsweise kurz:
Entweder Sie wollen einen interessierten Leser und Missverständnisse aus dem Weg räumen, wobei ich Ihnen gern helfen kann, oder Sie bleiben bei der derzeitigen Auslegung Ihres Wunsches "dass Menschen sich entweder ernsthaft mit meinem Buch beschäftigen - oder gar nicht."
"Ganz oder gar nicht" mag zwar ganz nett sein manchmal, doch es gibt ja auch Grauwerte zwischen Schwarz und Weiß und die Schwelle zum "Ganz" geschieht in der Regel meist über ein Entgegenkommen ... mit anderen Worten "das Auge liest mit".

Wenn Sie natürlich kein größeres Interesse daran haben, mir meine Arbeit zu erleichtern (und letztlich vielleicht Ihre eigene ?), ist das auch okay ...
Ich habe kein Problem damit, kann damit umgehen. Sie haben ja das Buch geschrieben :) ... und wollen, dass es sich verkauft ... und auch gelesen wird.

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen alles Gute und hoffe, dass Sie auch weiterhin gute Inspirationen haben werden, um potentielle Leser zu erreichen.

Ein möglicher eventueller potentieller Leser aus Dresden namens Michael Winkler.
PS: Hoppla, da fällt mir gerade auf, dass man durch zwei Klammern diesen Satz "Entweder Sie wollen einen interessierten Leser (und Missverständnisse) aus dem Weg räumen, wobei ich Ihnen gern helfen kann, ..." einen völlig anderen Sinn geben kann ... :)

2412

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von 2412 » 27. Oktober 2008 14:50

Leider wieder Off-Topic, aber bestimmte Fragen will ich dann ja doch beantworten:
Ach, Jonny, kannst du dir vorstellen, dass es vielleicht mittlerweile oder schon immer auch schwule Nazis gibt?
Ich kann es mir nicht nur vorstellen, ich weiß es. Bereits Ernst Röhm, langjähriger Freund Hitlers (allerdings von eben jenem beseitigt) und Leiter der SA, war schwul.

Die Tatsache, dass es schwule Nazis gibt und gab, ändert ja nichts an dem Gesagten. Homosexualität ist nicht vereinbar mit dem Nationalsozialismus, denn er hält sie für abartig und für "volkszersetzend". Wie schnell selbst hohe Tiere der Neonazis nach ihrem Outing zu Verschmähten werden, zeigt nicht zuletzt das Beispiel von Michael Kühnen. Im Prinzip war es er, der die erste nennenswerte Neonazi-Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut hat, er war es, zu dem tausende junger Neonazis aufschauten und von ihm lernten. Als er sich dann allerdings als schwul outete und vermeinte, er sehe Homosexualität nicht im Widerspruch zum NS, wandten sich die braunen Massen von ihm ab - sie schämen sich bis heute ihm gefolgt zu sein. Nachdem Kühnen dann auch noch klischeehaft an AIDS starb, begann in der Neonazi-Szene eine "Aufarbeitung" des Kühnen-Fehlers, mit dem Ergebnis, dass der Name "Kühnen" heutzutage jeden Neonazi zum verächtlichen Spucken veranlässt.

Natürlich gibt es auch heute in der rechtsextremen Szene Homosexuelle, aber sie wissen genau, was passieren würde, wenn sie sich outen. Du unterschätzt die Dogmen des Nationalsozialismus leider zu sehr, Michael.

Benutzeravatar
Jaspis
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 945
Registriert: 27. August 2007 22:04
PLZ: 65xxx
Ort: Hessen
BVSS-Mitglied: ja

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Jaspis » 27. Oktober 2008 16:54

Michael13 hat geschrieben:hier muss nicht eingegriffen werden, Karen :) ... es sind lediglich Missverständnisse, nicht mehr und nicht weniger.
Aber auch Mißverständnisse müssen nicht so drastisch und, für meinen Geschmack, polemisch formuliert werden. Aber wenn Du es wieder mal sportlich siehst, ist es ja OK?

Zu Alina Bronskis Antwort: Vielleicht hätte man sie einfach ganz konkret fragen sollen "Welche Rolle spielt ein stotternder Neonazi in ihrem Buch?" ;-) (Ich selbst will es, ehrlich gesagt, gar nicht wissen.)

Gruß, Karen

Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 27. Oktober 2008 20:13

Hallo lieber Jonny, hallo liebe Karen,
JonnyHell hat geschrieben:Natürlich gibt es auch heute in der rechtsextremen Szene Homosexuelle, aber sie wissen genau, was passieren würde, wenn sie sich outen. Du unterschätzt die Dogmen des Nationalsozialismus leider zu sehr, Michael.
Ich weiß, ich lehne mich mit dieser Ansicht für einige sicher sozusagen "weit aus dem Fenster", doch ich möchte mal behaupten, dass es in jedem politischen oder religiösen Lager innere Ängste bei Homosexuellen gibt, sich zu outen. Ob und warum nun gerade sog. Nazis homophober sein sollten als andere Gruppen, stelle ich mal so als Frage in den Raum ... Sehr wohl artikulieren sie es offener - das ist für mich der Hauptunterschied. Ich frage mich zudem auch häufiger, warum das Wort Nationalsozialismus immer ins Spiel kommt? ... Hitler und Konsorten waren weder national (wirtschaftliche Verbindungen zu USA und SU bis in die 1940er Jahre) noch wirklich sozial ... Warum wird z.B. das Wort Faschismus selten bis gar nicht verwendet?

Alles in allem sind auch sog. Nazis Menschen und Veränderung kommen nicht vom Dämonisieren ... das wissen stotternde Menschen ja mitunter aus ihrem eigenen Leben. Auch das Stottern wird zum Dämon erklärt, zum Hässlichen, zu einer Sache, die man aus sich heraus haben möchte ... in unserem Mikrokosmos ist das ähnlich wie mit den sog. Nazis in der Gesellschaft ... Und was bringt's?
Meistens verhärten sich doch die Fronten (innere und äußere) und geben den Rattenfängern Futter ... das selbe alte Spiel seit Jahrzehnten ...

Ich fand da Ansätze wie den 2006 erschienenen Film "Leroy" wesentlich sinnvoller ... einfach mal entspannt und dennoch sehr hintergründig mit einer Sache umgehen und nicht gleich drauf "losschlagen".

Was YouTube anbetrifft, fand ich so etwas auch ganz witzig: Hitler vs Microsoft bzw. Hitler & Leasingvertrag ... ich erahne, dass ich da sicher polarisiere :)
Karen hat geschrieben:Zu Alina Bronskis Antwort: Vielleicht hätte man sie einfach ganz konkret fragen sollen "Welche Rolle spielt ein stotternder Neonazi in ihrem Buch?" ;-) (Ich selbst will es, ehrlich gesagt, gar nicht wissen.)
Hmm, vielleicht ist konkretes Nachfragen besser, doch ich weiß doch noch nicht einmal, ob es den "stotternden Nazi" überhaupt im Buch gibt oder nur in der Rezension? :) ... Da ich nicht jeder Rezension traue bzw. alles so ernst nehme, habe ich ihr ja angeboten, mich bzgl. des hier diskutierten Sachverhaltes selbst zu informieren. Schreibe ihr doch mal eine e-Mail, Karen, mit einer konkreteren Frage :) ... ich habe doch da meist meine Schwierigkeiten.

Das mit dem Nichtwissen-Wollen sah m.E. in den bisherigen Beiträgen bei dir etwas anders, Karen :) ... oder lese ich da zuviel heraus? :)

Allen alles Gute und bis bald, Micha.

Benutzeravatar
Jaspis
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 945
Registriert: 27. August 2007 22:04
PLZ: 65xxx
Ort: Hessen
BVSS-Mitglied: ja

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Jaspis » 27. Oktober 2008 21:51

Schreibe ihr doch mal eine e-Mail, Karen, mit einer konkreteren Frage ... ich habe doch da meist meine Schwierigkeiten.

Das mit dem Nichtwissen-Wollen sah m.E. in den bisherigen Beiträgen bei dir etwas anders, Karen ... oder lese ich da zuviel heraus?
Nö, ich will nicht wissen, ob in diesem Buch ein stotternder Neonazi vorkommt. Ich würde es mit und ohne nicht lesen wollen.
Gruß, Karen

Benutzeravatar
Michael13
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 726
Registriert: 7. November 2006 03:19
Ort: Dresden
Kontaktdaten:

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von Michael13 » 28. Oktober 2008 12:27

Hallo liebe Karen,

also ich werde mir dieses Buch wohl mal zulegen, schon allein weil die Antwort von Alina Bronksi so Klasse war :)
In der Beziehung ist sie mir sympathisch geworden ...
Allerdings ist mir das Buch noch zu teuer. Bei Ebay geht es auch nicht unter 10 Euro weg ...
Also, ich denke, dass es in einem halben Jahr unter 5 Euro zu haben ist und wenn ich es bis dahin nicht vergessen habe, werde ich mal etwas zu dem Buch schreiben.

Momentan wird Frau Bronski offenbar ganz gut "gehypt", obwohl ich ja persönlich von Verleger-Lobeshymnen über ihre eigenen SchreiberInnen nicht viel halte ... Doch wer die Springer-Presse (siehe Auszug aus WELT-Online) auf seiner Seite hat, der hat zumindest ein Jahr "einen ganz guten Run" :) ... danach trennt sich die Spreu vom Weizen ...

Vielleicht wird's ja auch ein Home Run :) ... sorry, doch das fiel mir jetzt wohl so in Zusammenhang mit dem Satz von unten ein "Auch Alina Bronski hat einen Mann und drei Kinder. Ja, die alten Schlampen-Parameter der Madonna-Ära sind Geschichte."

Also, ich werde mir das Buch irgendwann mal besorgen oder es auf anderem Wege lesen ... Alles Gute, Micha.
Alina Bronski wird von sich Reden machen

Die nämlich, die 30-jährige Russlanddeutsche, kann schon jetzt fest als der Star der nächsten Jahre gebucht werden. Noch bevor sie einen Raum erreichte, spürte schon jeder, dass sie gleich kommen würde. Man sah es an den glühenden Gesichtern von Begleitern, von Voraustrupps. Auch Alina Bronskis zukünftiger Verleger, Helge Malchow von Kiepenheuer & Witsch, flüsterte: „Das größte Talent der kommenden Dekade“.

Er besitzt ein Manuskript von ihr, das jeder im Hause als sensationell einstuft. Cheflektor Olav Petersenn arbeitet mit ihr an den letzten Feinheiten, an der Widmung, dem Umschlag, dem Klappentext. Petersenn darf nicht in sie verliebt sein, er muss mit ihr arbeiten. Alina blickt ihn völlig offen an, ausdruckslos ernst, ganz und gar interessiert, und wechselt eine Nanosekunde später die Miene ins Lustige, lacht höflich und ausgelassen zugleich über einen Witz am Tisch, um sofort wieder todernst zu werden wie eine junge Katze, die eine Maus entdeckt hat.

Auch Alina Bronski hat einen Mann und drei Kinder. Ja, die alten Schlampen-Parameter der Madonna-Ära sind Geschichte. Eine neue Generation hockt in den Startlöchern. Das und vieles andere Neue in Sachen Zeitgeist konnte man direkt aufnehmen und mitnehmen bei der an diesem Sonntag zu Ende gehenden achten lit.cologne.

Auszug aus http://www.welt.de/kultur/article177169 ... logne.html, März 2008

Benutzeravatar
Ernst-Martin
nicht mehr wegzudenken
nicht mehr wegzudenken
Beiträge: 988
Registriert: 12. August 2006 10:41
PLZ: 86343
Ort: Augsburg
Land: Bayern
BVSS-Mitglied: nein

ein stotternder Neonazi

Beitrag von Ernst-Martin » 29. Oktober 2008 17:07

Lieber Micha,
Da hast Du Dich nun bemüht, etwas anzuprangern und bist abgeblockt worden ... mach Dir nichts drauß.

Ich meine, Dein Versuch war es wert!

Ich kann mit gut vorstellen, was die junge Autorin damit sagen wollte:
sie sagt es ja selber:

im Internet unter Scherbenpark gefunden:

"Sie haben einmal gesagt, dass Sie Unterhaltungsliteratur machen. Scherbenpark zeigt jedoch eine gnadenlose Welt, in der unter anderem Mord, Drogen und sexuelle Gewalt passieren. Wie passt das zusammen?
Alina Bronsky: Ich finde, sehr gut. Ich kenne kein spannendes Buch, in dem angenehme Menschen in einem schönen Umfeld einfach nur ein glückliches Leben führen. Die Spannung entsteht ja dadurch, dass der Leser mit dem literarischen Helden seiner Wahl dessen Katastrophen durchlebt."

Sie will sich einfach hervorheben .... mit Reizworten ... kenne ich genügend aus meiner Dienstzeit ...

Weiterhin die besten Ideen
wünscht Dir
§prost
Ernst-Martin,
der Lechgeist
--------------------------------
... die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere -
ja, wenn man sie läßt!
Peter Alexander

---***---
Die Kirschblüte
Die Kirschblüte
Beiträge: 1370
Registriert: 6. Juli 2007 15:22

Re: ein stotternder Neonazi

Beitrag von ---***--- » 29. Oktober 2008 19:57

Micha, Danke für Deinen Vorsatz, dieses Werk zu lesen, wenn auch nur quer!
Gibt es in Dresden eine Stadtbücherei?
Michael13 hat geschrieben:Zu den Nazis, ich bin mir ziemlich bewusst, dass wir zu Zeiten des 3. Reiches ein recht schweres Leben gehabt hätten.
Kann es dann überhaupt stotternde Neonazis geben? :?
Kann man ja kaum verstecken, und Frau Bronski scheint ja einen beschrieben zu haben, der es nicht verstecken kann. Oder der Herr Hugendick hat einen solchen gefunden.

Schreiende Kinder gibt's. Stotternde Neonazis? Halte ich für ein völlig unpassendes Klischee. Entweder hat Alina Bronski keinen Schimmer vom Nationalsozialismus oder die stotternden Neonazis, die sie womöglich kennt, haben den nicht. Am Ende beides.

Grüße! Mechthild

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast