keine finanzielle Förderung mehr durch die Allgemeinheit?

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Ernst-Martin
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keine finanzielle Förderung mehr durch die Allgemeinheit?

Beitrag von Ernst-Martin » 3. Juni 2009 16:35

Micha136 hat geschrieben:... dennoch würde mich die Frage interessieren, was passieren würde, wenn es überhaupt keine finanzielle Förderung geben würde???
Diese Frage ist mir wesentlich wichtiger würde ich meinen ...
Alles Gute, Micha.
Du meinst, wenn jeder seine "selbstverschuldete" Krankheit (d.h. kein Arbeitsunfall) selber bzw. die Eltern bezahlen müßten?
Soweit ich weiß, gibt es hier schon längst Pläne in den Ministerien ... aber wie eine Schuld feststellen?
... und wie würden die Wähler reagieren - wieviel Millionen Steuer-zahlende Raucher und Alkoholgenießer haben wir denn?

Warte, warte, noch ein Weilchen ...
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Micha136
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Re: keine finanzielle Förderung mehr durch die Allgemeinheit?

Beitrag von Micha136 » 3. Juni 2009 20:09

Ernst-Martin hat geschrieben:Du meinst, wenn jeder seine "selbstverschuldete" Krankheit (d.h. kein Arbeitsunfall) selber bzw. die Eltern bezahlen müßten?
Soweit ich weiß, gibt es hier schon längst Pläne in den Ministerien ... aber wie eine Schuld feststellen?
Von "Schuld" habe ich nie gesprochen, Ernst-Martin ... schon aus den bereits ab und an erwähnten Gründen: http://forum.bvss.de/viewtopic.php?p=14430#p14430

Eines habe ich definitiv gemerkt, ich gehe wesentlich sorgfältiger und verantwortungsbewusster mit mir und meinen Ausgaben um, wenn ich weiß, dass ich allein verantwortlich bin für das, was ich tue. Ich lebe einfach bewusster und überlege, was brauche ich wirklich.

Ja, ich gehe mal absichtlich ins Extrem ... was würde passieren, wenn Logopäden nicht über die Krankenkassen gestützt wären, sondern du 20-40 Euro für 45 Minuten berappen müsstest. Wie viele würden dann versuchen, es selbst anzupacken, über Literatur, über Infos aus dem Interne, über Selbsthilfegruppen usw.?

Alles Gute, Micha.
Neues Leben - neues Glück :)

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Re: keine finanzielle Förderung mehr durch die Allgemeinheit?

Beitrag von Ernst-Martin » 4. Juni 2009 04:23

Micha136 hat geschrieben:Ja, ich gehe mal absichtlich ins Extrem ... was würde passieren, wenn Logopäden nicht über die Krankenkassen gestützt wären, sondern du 20-40 Euro für 45 Minuten berappen müsstest. Wie viele würden dann versuchen, es selbst anzupacken, über Literatur, über Infos aus dem Interne, über Selbsthilfegruppen usw.?
Alles Gute, Micha.
1)
Es kommt wohl auch darauf an, ob Du mit der Arbeitsplatz- und Partnerwahl zufrieden bist.
Falls dies entschieden ist, würdest Du Dir vielleicht die Stotter-Seminare ersparen und viele Logopäden müßten sich nach einer lohnenderen Tätigkeit umschauen.
... und das Interesse an Selbsthilfe-Gruppen würde sprunghaft ansteigen.
(Dies erinnert mich an die Gründung der ersten kirchlichen Gemeinschaften.)

2)
... dann müßten im Zuge der Gleichbehandlung auch sämtliche anderen Dienstleistungen wie Leistungen der Zahn-Ärzte selbst bezahlt werden ...
Dies ist alles schon mal dagewesen (z.B. bei der Gründung der USA im Land der Siedler und Kolonisten), als es noch keine Versicherungen gab.
Wer gesund ist, hat weniger Ausgaben ...
(Dies erinnert mich an Dein "bedingungsloses Grundeinkommen": wer gesund lebt, kann die Krankenkassen-Anteile anderweitig verwenden.)
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Re: keine finanzielle Förderung mehr durch die Allgemeinheit?

Beitrag von Micha136 » 4. Juni 2009 11:51

Ich bin natürlich absichtlich ins Extrem gegangen, Ernst-Martin ...

Ich persönlich denke schon, dass eine Krankenversicherung auf einem Mindestniveau ein gesellschaftlicher Fortschritt ist.
Nur hat sich die Entwicklung in Deutschland seit - hmm, den 1970er vielleicht ? - in eine Richtung entwickelt, die die Bürokratie immer mehr anwachsen ließ und ebenso die Kosten, die neue Kosten verursachen usw.

Ich bin der Meinung, dass ab einem gewissen Punkt, die Bürokratie die eigentliche Arbeit so stark beeinflusst, dass es eigentlich nicht mehr wirklich vorwärts geht. Ich meine, schauen wir uns doch mal um ... es entstehen vielleicht neue Häuser etc., doch entsteht hier eine neue Gesellschaft?
Jeder, der ein bisschen über den Tellerrand hinausschauen kann, weiß, dass Deutschland nicht auf diesem Niveau weiterleben kann ... wie bereits schon mal erwähnt, lebt auch jeder Hartz-IV-Empfänger global gesehen, finanziell im oberen Viertel.

Das einzige was fehlt ist die Freiheit, die neu gewordene Freiheit von der unnötigen Arbeit nutzen zu können - weil der Gesetzgebung noch von 1950 ist ... das Denken noch älter. Die SPD möchte die Arbeiter unterstützen und jeder weiß, dass sie damit per se auf dem absterbenden Ast ist, weil die deutschen Arbeiter logischerweise immer weniger werden.
Ehe die SPD den Bogen geschafft hat, klarzumachen, dass für sie auch andere Menschen wichtig sind ... ist der Zug längst abgefahren bzw. geht es auch gar nicht, denn da stehen schon die anderen Parteien. Die genau so in der Klemme stecken ... die CDU wird doch nur gewählt, weil die meisten denken, die CDU hätte per se mehr Ahnung von Wirtschaft :)

Eigentlich hängen alle Parteien in uralten Denkmodellen und Parteistrukturen fest ... und die Finanzkrise war nur das äußere Zeichen für eine Entwicklung, die längst schon lief ... Und die einzige Frage ist momentan, wie wir eine Entwicklung wie nach 1929 abwenden können, denn rein gesetzmäßig ist ein Krieg (alles weg und wieder neu aufbauen - bringt zweimal Arbeit) fällig - so einfach ist das.

So, jetzt bin ich heftig gesprungen in meinen Sätzen, doch so ist das eben manchmal bei mir :) ...

Also,wie gesagt, ich halte eine geringere Unterstützung für durchaus sinnvoll. Ich ging und gehe z.B. ab und an zu Heilpraktikern und zahle dort so zwischen 20 und 45 Euro die Stunde ... Die Verordnung über die Gehälter der Heilpraktiker ist übrigens von 1986 :) ... so ist das eben in einer größtenteils schulmedizinisch geprägten Gesellschaft.

Jedenfalls kam bei mir irgendwann ganz stark das Gefühl, ich brauche einen Arzt nur noch im "Notfall" ... alles weitere kann ich selbst lösen und meist reichen ein paar Tage oder auch mal eine Woche Ruhe.
Eigentlich wie die meisten Menschen auch, doch wozu brauche ich für die Entscheidung, mich selbst entscheiden zu können, den Staat. Wer ist denn der Staat?

Letztlich soll der Staat den Menschen vor sich selbst (also dem Staat) und der Wirtschaft schützen (sinngemäß), doch was macht er denn ... die Wirtschaft schreibt die Programme und sitzt im Parlament und man bekommt Dinge wie "Rauchen kann tödlich sein" auf die Zigarettenpackung gestickt :) ... Ich meine "Nichtrauchen kann auch tödlich sein" und sinnlose Arbeit noch viel eher, in einigen Fällen :) ... Der Staat will den Menschen doch wohl eher vor sich selbst, also den Menschen vor dem Menschen schützen. Er gibt eine Mündigkeit vor, die er selbst gar nicht lebt, weil er sie auch gar nicht möchte.
Und letztlich bleibt jedem einigermaßen Mitdenkenden doch nur die Frage: wem kann ich denn eher glauben als mir selbst?

Hmm, genug der Worte ... geht wieder etwas drunter und drüber, doch ich denke, du hast meinen Ansatz, zu hinterfragen, was eine Förderung im Denken bewirken kann und dass es durchaus sinnvoll ist, zu hinterfragen, was man sich mit einer Förderung auch "an Land holen" kann, verstanden.
Man kann dies alles machen - keine Frage ... nur halte ich ein Nachdenken und Sich-Bewusstwerden der Zusammenhänge für sehr wichtig.

Alles Gute, Micha.
Neues Leben - neues Glück :)

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Beitrag von Ernst-Martin » 4. Juni 2009 16:05

Micha hat geschrieben: Das einzige was fehlt ist die Freiheit, die neu gewordene Freiheit von der unnötigen Arbeit nutzen zu können –
Könntest Du bitte 1 Beispiel anführen?

Möchtest Du gerne:

1)
Wir Menschen sollen „wachsen und gedeihen … und die Erde erfüllen“ (lt. Bibel – von überfüllen steht nichts drin), also benötigen wir
- eine Familie und
- Nahrung.
Das Bindeglied dazwischen sind die „Jagd-Genossenschaften“ … die heutigen politischen Parteien und die weiter entwickelten „Werkzeuge“.
Geht es Dir um neue Ziele der politschen Parteien?

oder

2)
Durch die neuen Werkzeuge müssen wir weniger Zeit im Tag für das Beschaffen unseres Essens aufwenden.
Willst Du diesen Gewinn an Zeit für andere bestimmte angenehme Tätigkeiten nutzen?
z.B. ein Umfeld/Arbeitswelt aufbauen, das Sprachbehinderten mehr Tätigkeiten/Ausbildung ermöglicht?

3) …

4)
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