Männer - Frauen - Partnerschaft

Alles ohne Bezug zum Stottern: zum Blödeln, für Kochrezepte, über Gott und die Welt
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Ernst-Martin
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Männer - Frauen - Partnerschaft

Beitrag von Ernst-Martin » 25. November 2006 17:22

Qwent hat geschrieben:Hallo,

Was den von Michael angesprochen Populationsverlust angeht ist ,vielleicht das was wir als Nachteil ansehen, dies für das andere Geschlecht (unbewußt) ein Vorteil.
... nach meiner Erfahrung muß dies arg unbewußt sein und man kann den jungen Damen gar nicht oft genug sagen, daß sie sich auch in der 2. Reihe mal umschauen sollen, denn wie Du ja nachfolgend schreibst:
:roll:
Stotternde Männer (da ich einer bin, möchte ich dies aus der Perspektive schildern) werden vielleicht als sensibler,einfühlsamer und fürsorglicher wahrgenommen, so das sie für die gemeinsame Aufziehen der Kinder geeigneter erscheinen als Nichtstotternde.
:wink:
Hoffentlich hast Du Recht und es sehen wenigstens einige der jungen Damen auch so.
Zur Zeit meines Wehrdienstes hatte das Städtchen (arg auf dem Lande) ca. 10.ooo Ur-Einwohner und zusätzlich rund herum noch 5.ooo Soldaten.
Mich hat in diesen jungen Jahren nie jemand gefragt, ob ich einfühlsam oder fürsorglich bin ...
Der Wettbewerb untereinander war einfach viel zu groß, so daß wir (6 Wehrdienst-Pflichtige) eine Anzeige im Provinzblatt aufgegeben haben:
"Bratkartoffel-Verhältnis gegen das Ausführen zum Tanzen gesucht"
wir wollten ja beides haben ...

Weiter könnte die Auserwählte der Meinung sein das ihr stotternder Mann nicht so attraktiv für andere Frauen ist, so das die Gefahr eines Fehltrittes geringer ist, was förderlich für eine langfristige und dauerhafte Beziehung ist.
Ist dies nicht ein frommer Wunsch?
In der Tanzschule wollte die jungen Damen nur den "Besten" haben (Aussehen, Ansehen, Geborgenheit und nicht zuletzt auch eine breitere Brieftasche).
:(
Allerdings später war auch die "breite Schulter" gefragt - eigentlich mehr von den noch Zaudernden, die bereits gewisse Befürchtungen hegen mußten ...
:wink:

Aber gefallen haben Deine diesbezüglichen Aussagen schon .... sie liefen wie Honig herunter und geben unseren "Frischlingen" gewiß Mut. Die sprachbehinderten Mädchen haben wohl leichter ...
Ernst-Martin,
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ja, wenn man sie läßt!
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NicciLA
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Beitrag von NicciLA » 26. November 2006 14:00

Hallo, wo kommt denn das auf einmal her :lol:
unter welchem Thema stand das vorher? Würde mich interessieren...
Es gibt sicher viele Frauen, die nicht mit einem stotternden Mann klar kommen, diese Frauen kommen dann aber auch nicht mit einem schüchternen, ruhigen Mann klar... das ist eine Sache der persönlichen Vorstellungen. Aber bei der "richtigen" Art von Frauen denke ich haben stotternde Männer die selben Chancen wie nichtstotternde... Nur dass stotternde Männer (wie ich selber die traurige, entmutigende Erfahrung machen musste) sich selbst einreden nicht gut genug zu sein und so ständig den Bemühungen einer Frau im Weg stehen... Die Frau kann manchmal noch so nett sein, sie kommt nicht gegen das "es-bringt-doch-eh-nichts-wir-haben-eh-keine-zukunft-und-ich-krieg-eh-keine-frau"-Denken an... Okay, sind jetzt viell. meine persönlichen Erfahrungen, aber mir fällt es eben auf, dass wenn eine Frau den Charakter und die Art eines Mannes mag, dann nimmt sie auch das Stottern in Kauf... es gehört halt dazu wie alles andere an dem Mann auch...

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djub
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Beitrag von djub » 26. November 2006 15:49

Das Thema steht eigentlich unter "Wissenschaft und Forschung".

Also ich bin zwar eher ein ruhiger Typ, aber schüchtern bin ich ganz und gar nicht. Von den meisten Menschen (Nicht-Stotterer - Stotterer kenne ich nur einen) werde ich als ruhig aber sehr selbstbewusst und zielstrebig bezeichnet. Obwohl mich das immer wieder überrascht, da ich schon noch unter Sprechangst leide. Stottern bedeutet also nicht immer gleich auch Schüchternheit oder Zurückhaltung. Nur um das mal anzumerken. ;)

Das Minderwertigkeitsdenken ist auch meiner Meinung nach das größte Hindernis für eine (glückliche und enge) Beziehung. Erst wenn das überwunden ist, man also mit sich selbst im Reinen ist, kann man meiner Meinung nach offen auf eine andere Person und eine Beziehung eingehen.
Bevor ich mich von diesem Denken befreien konnte, hatte auch ich keine enge Beziehung, weil ich sogar zu mir selbst eine gestörte Beziehung hatte und so keinen an mich ranließ.

Wenn ein Stotterer sich lieben würde wie er ist und so aufträte, als wenn er nicht stottern würde, dann - so denke ich - wäre das Stottern auch kaum ein Hindernis bei der Partnerfindung.
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Beitrag von NicciLA » 26. November 2006 21:47

Hi,

ja okay, dann passt das Thema hier wohl wirklich besser rein...
Bin in allem ganz deiner Meinung... wenn ein Mann selbstbewusst ist, dann hat er die selben Chance wie ein Nichtstotterer!!!!
Ja, gut es kommt jetzt drauf an was du unter ruhig aber selbstbewusst meinst... unter schüchternheit versteht man doch, das verhalten gegenüber Mitmenschen, ich z.B. bin auch schüchtern und kann aber wenn ich unter Freunden bin ziemlich "lebhaft" werden :lol: Eben wie grad das Umfeld ist...
Hab schon ein bisschen das Gefühl dass Stotterer schon immer a weng schüchtern sind und viell. auch meistens ein problematisches Verhältnis zu den Eltern (oder zumindest zu einem Elternteil) haben....!?!?!!
Ich möchte hier ja nichts falsches kundtun... aber so ist mein Eindruck...

Genau, Minderwertigkeitskomplexe sind wirklich was wogegen des Gegenüber (fast) nicht ankommt...
Sollte man als Frau glatt eine Wirkformel haben, damit die Männer sich aussprechen.... :wink:

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Beitrag von NicciLA » 26. November 2006 21:53

Melde mich noch einmal zu Wort:
Das mit dem komplizierten Verhältnis zu den Eltern war nur ein Verdacht gell...
bitte niemand beleidigt sein :wink:

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Beitrag von Qwent » 27. November 2006 09:48

Hallo,

wenn Menschen langfristige partnerschaftliche Bindungen eingehen wollen, spielen z. B. Äußerlichkeiten keine primäre Rolle mehr, dann werden andere Faktoren wichtig. Es gibt hier entsprechende Studien die dies untermauern. Die Eigenschaft das ein Mensch stottert, scheint jedenfalls keinen negativen Aspekt in der Partnersuche zu spielen, weil sonst, der von Michael angesprochene, Populationsverlust greifen müßte. Bei mir persönlich hat sich mein Stottern in der Partnerschaft nicht negativ ausgewirkt, es hat ehe eine Tendenz zum positiven gegeben, aber in der Regel spielt es schlichtweg keine Rolle.

Gruß
Qwent

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Beitrag von dosi » 27. November 2006 16:14

Also mir ist es in Beziehungen so ergangen, daß ich befürchtet habe, mein Partner müßte sich nun mit mir vor seinen Leuten (Freunde, Verwandte) schämen. Da war ich erst recht gehemmt und bin als totale Symphatiebremse rüber gekommen. Vielleicht sollten sich da mal Leute äußern, die einen stotternden Partner haben.
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

Wolf Schneider

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Beitrag von blanka » 16. Dezember 2006 23:53

djub hat geschrieben:

Das Minderwertigkeitsdenken ist auch meiner Meinung nach das größte Hindernis für eine (glückliche und enge) Beziehung. Erst wenn das überwunden ist, man also mit sich selbst im Reinen ist, kann man meiner Meinung nach offen auf eine andere Person und eine Beziehung eingehen.
Das sehe ich auch so.

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Beitrag von Ernst-Martin » 17. Dezember 2006 01:33

blanka hat geschrieben:
djub hat geschrieben:

Das Minderwertigkeitsdenken ist auch meiner Meinung nach das größte Hindernis für eine (glückliche und enge) Beziehung. Erst wenn das überwunden ist, man also mit sich selbst im Reinen ist, kann man meiner Meinung nach offen auf eine andere Person und eine Beziehung eingehen.
Das sehe ich auch so.
Guten Morgen, liebe Blanka!
Da hast Du schon recht ... wenn der Partner es überhaupt zuläßt ...
:cry:
Werden Ehescheidungen auch durch Minderwertigkeits-Komplexe des männlichen Partners ausgelöst? Wäre für mich neu!
:wink:
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blanka

Beitrag von blanka » 17. Dezember 2006 03:21

a) Wenn Minderwertigkeitskomplexe weniger werden, nimmt das Interesse von anderen Leuten zu.

b) Ist aber so. Auf Dauer will niemand Krankenschwester oder -pfleger eines Jammerlappens sein. Bzw. wer das will, hat wahrscheinlich einen an der Waffel. Insofern zahlt sich die Strategie, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen, immer aus.

Gast

Minderwertigkeits-Komplexe ...

Beitrag von Gast » 17. Dezember 2006 04:15

blanka hat geschrieben:
a) Wenn Minderwertigkeitskomplexe weniger werden, nimmt das Interesse von anderen Leuten zu.
Auch beim erwünschten Partner ... ich wünsche es Dir!

Mit freundlichen Grüßen
Ernst-Martin

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Beitrag von dosi » 17. Dezember 2006 17:19

Ich habe einen Mann kennengelernt, der mich so nimmt wie ich bin. Er sagt, daß ihn mein Stottern nicht stört und ich will es gerne glauben. Momenta ist alles noch sehr frisch, aber ich denke mit Schaudern daran, seine "Leute kennen zu lernen. Ich bin eigentlich sehr selbstbewußt, aber wahrscheinlich geht das schief. Die werden ihn fragen, was er an mir findet.
Nicht jeder Zwerg wird ein Feldherr und nicht jeder Stotterer ein Großmeister der Sprache. Aber Stotterer und Zwerge sind stärker als Schöne und Gesunde motiviert, eine geniale Begabung in die geniale Leistung umzusetzen.“

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Beitrag von Lämmchen » 17. Dezember 2006 18:12

Hallo Dosi,

ha, ich bin also richtig gelegen mit meiner Vermutung. Ich freu mich wirklich mit dir. Und wünsche dir natürlich auch alles Gute. Gerade als ich die Nachricht an dich abgeschickt habe, dachte ich noch, noch ganz schnell ins Forum zu gehen und dann sah ich erst die Nachricht von dir. Hihi, ich bin gut :D

Also bis morgen dann, freu mich

Liebe Grüße

Claudia

T-Wohl
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Beitrag von T-Wohl » 18. Dezember 2006 09:36

Meine Erfahrung ist, dass Stottern meinen Zugang zu Partnerschaften vor allem in sofern beeinflusst hat, dass ich weniger offensiv in Kontakt getreten bin. Im Kontakt selbst hatte ich nicht das Gefühl, dass Stottern mein Gegenüber maßgeblich beeinflusst hätte. Eher schon fanden es einige interessant, bisweilen sogar niedlich und wieder andere hatten Respekt, wenn ich z.B. vor größeren Runden stotternd sprach. Ich denke viel mehr, dass in der Partnerschaft das Stottern dann zum Problem werden kann, wenn es andere Bereiche überschattet. Will sagen, der einzelne Block ist nicht das Problem, daran gewöhnt sich ein wohlwollender Zuhörer schnell. Wenn aber der Stotterer nicht mehr auf die Straße gehen mag, keine Einladungen an nimmt oder sich beim gemütlichen Zusammensein mit Freunden o.ä. nicht traut, etwas zu sagen, weil er stottern könnte, dann kann ich mir schon vorstellen, dass die Beziehung darunter nachhaltig leidet. Wohlgemerkt: nicht unter dem Symptom sondern eher unter dem Symptomstress, den ich mir als Stotterer oft gemacht habe und mitunter noch tue... Also: offen (-siv) stottern! (Wie war das noch?... "Ich liebe es, wenn du das f-f-f-f stotterst!")

Wünsche viele schöne prickelnde Gespräche...

Thilo

Gast

Beitrag von Gast » 22. Dezember 2006 00:10

hallo - gutes interessantes forum -
Ich glaube, dass Stottern, wie jede andere "Auffälligkeit" -blödes Wort- auch, was Kennenlernen oder eine Beziehung eingehen angeht, eher eine untergeordnete Rolle spielt oder zumindest keinen Nachteil darstellt.
Wer wollte denn einen Partner, für den das ein no-way-Kriterium ist? Da trennt sich eben von Anfang an die Spreu vom Weizen. Wobei man da sicher unangenehme Situationen erleben kann beim Ansprechen und/oder Kennenlernen. Die Beziehung zu leben ist die Kunst, der Anfang ist nicht das Problem... meiner Meinung nach.

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