Ist das Stottern bzw. was ist das?

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Seeteddi
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Ist das Stottern bzw. was ist das?

Beitrag von Seeteddi » 4. September 2006 18:04

Hallo,

bevor ich meine Frage loswerde, möchte ich mich kurz vorstellen:

Ich heiße Christian, bin 40 Jahre alt, und lebe mit Frau und 2 Kindern (Mädchen 8/Junge 4) im Rhein-Main-Gebiet.

Und um unseren Sohn (im September wird er 5) geht es. Mitunter kommt es vor, dass er Worte bilden möchte, die Worte auch kennt (man sieht ihm richtig an wie er daran arbeitet und bemüht ist, das Wort zu sprechen), jedoch kommt nichts "raus"; also fängt er meist an zu grinsen oder zu kaspern. Wir üben natürlich keinen Druck auf ihn aus, und versuchen auch, ihm beim Sprechen alle Zeit zu lassen, die er braucht.

Er hat feinmotorische und sprachliche Entwicklungsverzögerungen (seit Frühjahr 2006 ist er sowohl in logopädischer als auch ergotherapeutischer Behandlung). Die Logopädin will jetzt zunächst einmal "Pause" machen. Seine sprachliche Entwicklung (Wortschatz usw.) sei soweit altersgerecht; die Probleme die er hat ("Sch-Laute" oder "Kl" werden nicht richtig ausgesprochen) würden sich von selbst beheben bzw. evt. käme in einem halben Jahr noch einmal eine Behandlungseinheit in Frage.

Er ist sonst ein fröhliches Kind, allseits beliebt, kommt mit anderen Kinder gut zurecht, ist relativ lärmempfindlich, hört dafür aber teilweise leiseste Geräusche, die andere nicht wahrnehmen (Ergotherapeutin meinte, dass bei ihm evt. bestimmte Filter, die das menschliche Ohr normalerweise hat, nicht ausreichend ausgebildet sind :?:; wir wollen das noch abklären). Grundsätzlich ist er an Allem interessiert; kann sich aber nicht sehr lange konzentrieren; und macht dann einfach "zu" bzw. verweigert schlicht die Mitarbeit oder das Mitspiel.

Zur Problematik des "ganzen Wortes" konnte uns bis dato (weder Logopädin noch Ergotherapeutin noch Kinderarzt) eine zufriedenstellende Antwort geben.

Wir haben sogar schon überlegt, ob evt. eine psychotherapeutische Behandlung o.ä. hilfreich wäre(?). Dazu muss man sagen, dass meine Frau vor rd. 3 Jahren aufgrund einer schweren Erkrankung insgesamt rd. 4 Monate (nicht am Stück) in Klinik, Rehazentrum usw. war. Diese Zeit war natürlich für uns alle sehr schwierig, zumal die Kinder auch häufig wechselnde Bezugspersonen (bei Oma, Tanten oder mir meist im 1-2-Wochenrythmus) hatten. Es war leider nicht anders zu regeln. Evt. besteht hier ein Zusammenhang??

Entschuldigt, wenn ich Euch hier "zutexte" - aber ich bin absolut ratlos, an wen ich mich wenden könnte. Ich weiß nicht mal, ob ich in diesem Forum mit meinem Anliegen an der richtigen Stelle bin. Vielleicht könnt Ihr mir dennoch einen Rat geben, wo ich Rat/Hilfe/Infos finde (ich weiß nicht mal, unter welchen Stichworten ich besipielsweise bei "google" überhaupt suchen soll); oder habt Tipps, Links o.ä.

Ich wäre für jede Anregung sehr dankbar!!

Liebe Grüße

Christian :D

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Tarantandy
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Re: Ist das Stottern bzw. was ist das?

Beitrag von Tarantandy » 4. September 2006 21:04

Lieber Christian,

ich habe deinen Beitrag gelesen, und möchte dir nur kurz darauf antworten, da ich selbst kein "Experte" bin, sondern allenfalls aus eigenem Erleben eines Stotterers berichten könnte.
Aber: es gab zum Thema (beginnendes) Stottern bei Kindern bereits schon Beiträge in der mailing-Liste der Bundesvereinigung Stotterer-Selbsthife. Einige, die sich damals geäußert hatten, sind auch Mitglied dieses Forums und ich könnte mir vorstellen, dass diese sich auch hier zu deinen Fragen äußern werden. U.a. hatten mich die Ausführungen von Marc Schneider beeindruckt, vielleicht hast du insbesondere in ihm einen Experten zu diesem Thema, an den du dich ggf. wenden kannst. Auch ist die Geschäftsstelle der BVSS dazu da, solche Fragen zu beantworten.

Ich wünsche dir und euch auf jeden Fall alles Gute!

Andi.

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Beitrag von AndreasStarke » 4. September 2006 22:28

Lieber Christian,

natürlich kann man auf der Grundlage von drei Zeilen Text keine zuverlässige Diagnose stellen. Aber nach dem, was Du am Anfang schreibst ("Mitunter kommt es vor, ...") würde ich ohne weitere Information darauf tippen, dass Dein Sohn stottert. Damit bist Du also schon mal im richtigen Forum.

Die Einschätzung der Logopädin zum Thema Entwicklung der Artikulation teile ich, da besteht (wiederum unter dem Vorbehalt des Irrtums bei "Blinddiagnose") kein Handlungsbedarf. Die Ratschläge und Beobachtungen von bezüglich Stottern Nichtsachverständigen (dazu zähle ich auch im Allgemeinen Kinderärzte, Ergotherapeuten, Kindergarten-Erzieherinnen usw.) können vielleicht als ergänzende Information sinnvoll sein. Notwendig ist m.E. jedoch, dass Dein Sohn in nächster Zeit einer Fachfrau (es sind meist Frauen) vorgestellt wird, die sich mit Stottern auskennt. Was macht die jetzige Logopädin mit ihm?

Du schreibst, dass Du im Rhein-Main-Gebiet wohnst. Da dürfte es nicht so schwer sein, jemanden zu finden. Wenn Du mir eine Privatmail schreibst, bin ich gern mit Adressen behilflich.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Starke
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Seeteddi
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Beitrag von Seeteddi » 5. September 2006 00:49

Lieber Andreas,
lieber Andi,

erstmal recht herzlich Dank für die raschen Antworten! :D

Das eine "Blind-Fern-Diagnose" natürlich nicht gestellt werden kann (schon gar nicht aufgrund meiner Schilderung :wink: ), ist völlig klar. Das war auch nicht Sinn der Anfrage. Es ging mir zunächst mal darum, die Sache als Laie etwas eingrenzen zu können, um erst mal zu sehen, auf welchem Gebiet ich überhaupt fragen muss.

Lieber Andreas, ich werde Dein Angebot gerne annehmen, und Dir in Kürze eine Mail schicken.

Viele Grüße
Christian

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Beitrag von Ellinor » 10. September 2006 20:51

Hallo Christian,
ich habe eben Deine Nachrichten und die von den anderen gelesen.
Ich bin Logopädin/Schwerpunkt Stottern, nicht selber stotternd.
Ich kann Herrn Starke nur zustimmen.
Ich denke auch, dass Du Deinen Sohn einem/-r auf Stottern spezialisertem Fachmann/-frau vorstellen solltest oder, was ich nach den Informationen über die Distanz hin vorschlagen würde, die Logopädin, die ihn behandelt sollte sich nochmal mit einer/-m anderen über die Symptome austauschen, eine Videoaufnahme zeigen wenn möglich.
Nach der Unruhe durch die Krankheit Deiner Frau, denke ich das eher so wenig wie möglich neue Leute dazu kommen sollten und wenn möglich die vertraute Logopädin sich sachkundig machen sollte, sofern sie nicht auf dem neuesten Stand ist.

Wenn Du bereits genügend Unterstützung hast könntest Du meine Antwort als eine weitere Möglichkeit sehen, bei Bedarf Fragen stellen zu können.
Viele Grüße an Dich
aus Berlin
Ellinor

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