Veränderungen im Forum der BVSS

Verbesserungsvorschläge und Kritik zum Forum allgemein, zur Struktur der Foren, zur Netiquette oder auch einfach nur mal ein Lob ;-)
---***---
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Veränderungen im Forum der BVSS

Beitrag von ---***--- » 10. Januar 2008 12:19

Hallo lieber Andreas, liebe Mods, lieber Vorstand,
und hallo alle übrigen,

gerne greife ich Eure Anregung auf, hier einen Diskussionsthread zu eröffnen zu den angekündigtenVeränderungen im Forum.

Wie ich schon früher geschrieben hatte, begrüße ich es sehr, dass Rat- und Hilfesuchende künftig fachlich fundierte Antworten erhalten können.

Ihr schreibt mehrfach, dass "Eltern und Jugendliche" im neuen Sub-Forum beraten werden sollen. Ist die Beratung auf diesen Kreis beschränkt? Sicher sind ratsuchende Eltern und Jugendliche besonders sensibel zu behandeln, weil sie erst neu mit dem Thema Stottern konfrontiert sind. Erwachsene Stotternde haben mehr Möglichkeiten, sich zu informieren und können mit den Meinungen anderer Stotterer wahrscheinlich mehr anfangen und verschiedene Meinungen einordnen und von einer Diskussion unter sich gut profitieren. Trotzdem könnte ich mir vorstellen, dass es heute noch erwachsene Stotterer gibt, die sich hilfesuchend an eine Fachberatung wenden wollen.

Welche Überlegungen liegen dieser Einschränkung des Personenkreises zugrunde? Ist an eine solche Einschränkung überhaupt gedacht oder ist der Absatz nur missverständlich formuliert?

schöne Grüße
Mechthild

Norbert

Re: Veränderungen im Forum der BVSS

Beitrag von Norbert » 10. Januar 2008 12:27

Mechthild hat geschrieben:Hallo lieber Andreas, liebe Mods, lieber Vorstand,
und hallo alle übrigen,

Wie ich schon früher geschrieben hatte, begrüße ich es sehr, dass Rat- und Hilfesuchende künftig fachlich fundierte Antworten erhalten können.
Ich moechte mich der Meinung von Mechthild anschliessen. Es ist ein interessantes Experiment, bin gespannt wie es funktioniert. Ein Probem sehe ich:
Threads können in diesem Sub-Forum durch registrierte Benutzer eröffnet werden, Antworten können jedoch nur noch durch die Fachberatung der BVSS erstellt werden
Warum muessen Eltern oder Betroffene sich erst registrieren, macht es einen Unterschied wenn man als Gast Hilfe sucht?
"BVSS intern" wird in den ersten fünf Tagen für alle registrierten Benutzer lesbar sein. So können alle Benutzer sehen, welche Beiträge demnächst BVSS-Mitgliedern vorbehalten sein werden
Das ist sehr hilfreich, danke dafuer.

Norbert

Reinhold
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Beitrag von Reinhold » 10. Januar 2008 17:36

Für mich ist ein Forum wie ein Selbstbedienungsladen, ein Ort, wo ich durchaus verschiedene Meinungen lesen kann und mir selbst ein Bild von einer Situation machen kann. Ich erwarte hier keine Fachberatung, sondern ich verschaffe mir einen Überblick über die Meinung anderer.

Der Anspruch des Vorstands, über das Vehikel Forum professionelle Beratung zu machen in allen Ehren, aber dem Vorstand muss klar sein, dass er hier viel Verantwortung übernimmt, gerade auch bei der Zusammenstellung des Fachberaterteams. Insbesondere muss gewährleistet sein, dass das in der Vergangenheit in der BV oft beobachtete sektiererische Gebaren einzelner Richtungen außen vor bleibt. Letztendlich könnten hier auch kommerzielle Interessen eine Rolle spielen. Hier die Balance zu finden, stelle ich mir sehr schwer vor.

Aber wir werden sehen.

Viele Grüße,
Reinhold

Norbert

Beitrag von Norbert » 10. Januar 2008 17:51

flojanika hat geschrieben:Für mich ist ein Forum wie ein Selbstbedienungsladen, ein Ort, wo ich durchaus verschiedene Meinungen lesen kann und mir selbst ein Bild von einer Situation machen kann. Ich erwarte hier keine Fachberatung, sondern ich verschaffe mir einen Überblick über die Meinung anderer.
Ja, aber ich glaube schon dass hier auch Leute kommen, die fachliche Beratung suchen, und dann ein Mischmasch aus persoenlichen Vorurteilen bekommen. Insofern finde ich es besser, eine spezielle Beratungsstelle einzurichten, aber auch eben ein Forum beizubehalten, in dem man sich austauscht ueber eigen Erfahrung, aber eben nicht mit dem Anspruch 'Beratung' zu sein. Das macht es fuer mich klarer.
Der Anspruch des Vorstands, über das Vehikel Forum professionelle Beratung zu machen in allen Ehren, aber dem Vorstand muss klar sein, dass er hier viel Verantwortung übernimmt, gerade auch bei der Zusammenstellung des Fachberaterteams. Insbesondere muss gewährleistet sein, dass das in der Vergangenheit in der BV oft beobachtete sektiererische Gebaren einzelner Richtungen außen vor bleibt. Letztendlich könnten hier auch kommerzielle Interessen eine Rolle spielen. Hier die Balance zu finden, stelle ich mir sehr schwer vor.
Du hast ganz recht, das ist ein sehr wichtiger Punkt. Dieses Forumsformat hat ja den Vorteil dass man die aktuelle Beratung noch nachlesen kann, insofern behaelt man die Kontrolle; und was man den Leuten letztendlich erzaehlt, dafuer sollte es Richtlinien geben.

Wir hier lassen unsere Beratung auch ueber Freiwillige laufen, auch ueber das Telefon (allerdings ist fast niemand von denen Logopaede, aber allesamt Stotternde). Die bringen auch ihre eigenen Erfahrungen mit, und manchmal ist nichts ueberwaeltigender als fuer sich Die Richtige Loesung (tm) gefunden zu haben und da kommt dann das Sendungsbewusstsein, den Leuten von DEM Ansatz, oder DEM Therapeuten zu erzaehlen.

Das geht natuerlich nicht und wer sich dieser Neutralitaet nicht unterwerfen will, der kann dann nicht mitarbeiten. Bislang haben wir in vier oder fuenf Jahren noch nicht einen einzigen Fall gehabt wo das ein Problem war.

Ansonsten ueberlegen wir auch gerade, wie wir telefonische Beratung und web service mehr in Einklang bringen koennen - wenn es dazu Ideen gibt in welcher Form Betroffene gerne Informationen und Austausch erhalten moechten, bitte her damit! Z.B. ueberlegen wir uns, regelmaessige webchats via MSN oder Yahoo Chat einzurichten, wo Leute zu bestimmten festgesetzten Zeiten den BSA Beratungsdienst via MSN oder so antexten koennen.

Gruss

Norbert

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Beitrag von ---***--- » 10. Januar 2008 20:04

Hallo Reinhold,

bisher wird der Bereich "Erste Hilfe ..." in einem Forum der BVSS diesem Anspruch, der Erwartung und auch der Verantwortung, die so ein Titel erwecken mag, aber leider nicht gerecht. Hätte Norbert nicht so häufig und so kompetent auf Anfragen von Eltern geantwortet, die Leute hättem den Standard-Hinweis: "ruft in Köln an" erhalten und vielleicht noch ein paar wohl gemeinte, aber von keiner Sachkenntnis getrübte, Ratschläge selber Betroffener, die meist nur eigene Kindheitserfahrungen beisteuern können...

Auf einen Fragen- und Antworten-Pool bin ich schon gespannt, auch, ob sich das eigene Sub-Forum für Eltern etablieren kann. Da müsste es doch einen großen Bedarf für geben,

schönen Abend!
Mechthild

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Erfahrung vs. Sachkenntnis?

Beitrag von Jaspis » 10. Januar 2008 21:52

Mechthild hat geschrieben:... und vielleicht noch ein paar wohl gemeinte, aber von keiner Sachkenntnis getrübte, Ratschläge selber Betroffener, die meist nur eigene Kindheitserfahrungen beisteuern können...
Hallo Mechthild,
warum wertest Du Erfahrungen gegenüber wissenschaftlichen Studien so ab? Verläßt Du Dich in Deinem eigenen Leben auch eher auf Fachmeinungen als auf Erfahrungen selbst Betroffener?
Mir haben auf meinem Weg weg vom Stottern jedenfalls am meisten die veröffentlichten Erfahrungsberichte von Betroffenen geholfen, sie haben den entscheidenen Anschub und Aufklärung gegeben. Aber das hilft eben erst Jugendlichen und Erwachsenen, die offenbar vorerst nicht mehr im Fokus der BV-Beratung stehen. Oder sehe ich das falsch?

Ich selbst sehe es jedenfalls kritisch, sich nur auf Wissenschaft und Fachexperten verlassen zu wollen. Ich finde, man gibt ein ganz schönes Stück an Selbstverantwortung ab, aber gerade die Übernahme dieser erscheint mir als unverzichtbarer Teil der Lösung des "Problems Stottern".

Gruss, Karen

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Beitrag von ---***--- » 10. Januar 2008 23:52

Hallo Karen,

jaaaa, aus dem Zusammenhang gerissen... :smile
Ich könnt jetzt fragen: Warum wertest Du Professionalität so ab? ;-)

Im Fall der Fachberatung für Eltern stotternder Kinder ist der Gegensatz für mich nicht
wissenschaftliche Studien vs. Erfahrungen, sondern
professionelle Beratung vs. Eindrücke einzelner aus der eigenen Kindheit, die zufällig sind, je nachdem, wer gerade im Forum aktiv ist, und je nachdem, ob jemand das eigene Erleben in einen größeren Zusammenhang stellen kann, wie einfühlsam der-/diejenige ist usw...

Ich habe großen Respekt vor den Sorgen und Nöten ratsuchender Eltern und ich habe großen Respekt vor dem, was ausgebildete Berater und Therapeuten leisten können. Aus meiner eigenen Erfahrung mit Stottern, und trotz allem, was ich zu Stottern bei Kindern und Therapien für Kinder gehört und gelesen habe, sehe ich mich außerstande, guten Gewissens Fragen zu beantworten wie:
- Sind die Unflüssigkeiten meines Kindes Stottern?
- Ich bin verzweifelt, seit zwei Wochen presst mein Sohn, 2 Jahre alt, Wörter mit hochrotem Kopf heraus, was soll ich tun?
- Meine Tochter, 5 Jahre, stottert, es scheint ihr nichts auszumachen, ich bin auch nicht sonderlich beunruhigt, nun drängt mich die Kindergärtnerin zu einer Psychotherapie für uns Eltern. Ist das sinnvoll?

Als Mutter eines stotternden Kindes möchte ich rasch kompetente Antwort. Die Lebensberichte erwachsener Stotterer, so spannend die auch sein mögen, wären mir in dem Moment herzlich wurscht, schließlich habe ich gerade selber massive Ängste oder Druck, etwas für mein Kind zu tun.
Karen hat geschrieben:Verläßt Du Dich in Deinem eigenen Leben auch eher auf Fachmeinungen als auf Erfahrungen selbst Betroffener?
Kommt drauf an. Meine Haare lasse ich mir lieber von einer guten Friseurin schneiden statt von meiner immer gepflegt aussehenden Nachbarin, wenn ich ein Haus bauen will, frage ich einen Architekten statt meinen Schulfreund, der seines vor fünf Jahren gebaut hat, wenn ich einen Computer kaufen will, lasse ich mich in einem Fachgeschäft beraten und unterhalte mich vorher mit dem Freund, der sich auch gerade einen gekauft hat...
Ich gestehe: ich finde Experten auf ihrem Gebiet klasse und ihr Geld wert.
Karen hat geschrieben:Ich selbst sehe es jedenfalls kritisch, sich nur auf Wissenschaft und Fachexperten verlassen zu wollen. Ich finde, man gibt ein ganz schönes Stück an Selbstverantwortung ab, aber gerade die Übernahme dieser erscheint mir als unverzichtbarer Teil der Lösung des "Problems Stottern".
Selbstverantwortung und das Anhören, Zuratziehen von Experten sind kein Gegensatz, sehe ich nicht. Die Selbstverantwortung für mich und mein Stottern habe ich immer, Experten können mir hilfreich sein, warum sollte ich die Ideen von jemanden ablehnen, nur weil der/die sich ein Berufsleben lang mit Stottern beschäftigt hat? Das heißt nicht, dass ich alles ungeprüft glaube und hinnehme...
Karen hat geschrieben:Mir haben auf meinem Weg weg vom Stottern jedenfalls am meisten die veröffentlichten Erfahrungsberichte von Betroffenen geholfen, sie haben den entscheidenen Anschub und Aufklärung gegeben.
Ja siehst Du, mir nicht. Mich haben andere Stotterer sehr inspiriert, zweifellos, und Experten.

In einer Beratung geht es darum, von seinen eigenen Erfahrungen absehen zu können. Hier im Forum können wir von unseren unterschiedlichen Wegen berichten, da können sich andere wiederfinden – oder nicht. Es gibt so unterschiedliche Arten zu stottern, und so unterschiedliche Wege.

Alles Gute auf Deinem!
sG Mechthild

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Beitrag von Tarantandy » 11. Januar 2008 00:31

Hallo Karen, hallo Mechthild,

ich bin bei diesem Thema ganz Mechthilds Meinung, die ich auch schonmal geäußert habe: ich bin überzeugt, dass eine qualifizierte, geschulte Kraft auf eine Hilfe suchende Anfrage mehr sagen kann als ein/e selbst Betroffene/r. Zumindest hoffe ich, dass das so ist.
Von einer qualifizierten Kraft erwarte ich mir einen Überblick über die diversen Möglichkeiten, die gegen Stottern hilfreich sein können. Und nicht nur die Schilderung einer Methode, die ggf. zufällig bei einer Person etwas gebracht hat.

Das heißt nicht, dass wir Betroffenen da nicht mitreden sollen, und nicht gehört werden sollen. Aber wenn das wirklich klappt, dass hier qualifizierte Leute Einstiegsfragen von Hilfe Suchenden beantworten - dann empfände ich das als Fortschritt für unser Forum.
Ich weiß, dass es manchen alten Mods ein ungutes Gefühl gegeben hat, Menschen, die sich in Verzweiflung an das Forum wandten nur etwas mitgeben zu können, das keinesfalls repräsentativ sein konnte. Bitte bedenkt auch diese Verantwortung, wenn ihr euch gegen eine Professionalisierung (die auch darin besteht, Erfahrungen von Betroffenen immer wieder zu hören!) aussprecht.

Liebe Grüße

Andi.

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Beitrag von Jaspis » 11. Januar 2008 11:36

Mechthild hat geschrieben:...Fragen zu beantworten wie:
- Sind die Unflüssigkeiten meines Kindes Stottern?
- Ich bin verzweifelt, seit zwei Wochen presst mein Sohn, 2 Jahre alt, Wörter mit hochrotem Kopf heraus, was soll ich tun?
- Meine Tochter, 5 Jahre, stottert, ...
Ja, Ihr habt Recht, auf solche Fragen sollte professionell geantwortet werden.
Dennoch empfinde ich die von mir zitierte Aussage Mechthilds als zu pauschal und etwas abwertend.

Aber es ist ja nichts Neues, daß ich von Natur aus etwas kritisch bin und eher quer- als konformdenke. Also stört Euch nicht zu sehr daran. (Ich hab's übrigens an meine Tochter vererbt, und kann mich nun öfters selbst beobachten, nicht immer einfach, aber sehr aufschlußreich.)

Gruss, Karen

Erwin
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Beitrag von Erwin » 11. Januar 2008 13:06

unmut richtet sich doch garnicht gegen personen. mein unmut richtet sich gegen strukturen. vorrauseilenden einseitigen gehorsam. respekt ist gut. loyalität auch. aber bitte nicht bis zum anschlag. wenn jetzt geschrieben steht, die leute stört es doch garnicht das sie belogen werden, dann ärgert mich das. womit ihr recht habt ist, das die reichweite dieses forums hier sehr gering ist. 0,01 %. woher wist ihr das schon wieder?

reizwörter wie hausrecht, wer hat das eigentlich wieder erfunden.....oder die erwähung von schadenersatzklagen, sind ein billiger vorwand. ihr glaubt doch nicht im ernst das greifenhofer die bvss verklagt, wenn er hier im forum schlechte noten bekommt. mit sowas werden wir hier nur eingelullt oder so.

kurzum. es gab mal eine idee von selbsthilfe, es gab gute konzepte. emanzipation. was wir jetzt haben ist die industrialiesierung der hilfe. eine kopie des klassischen arzt patienten gefälles. genau genommen heist das die abschaffung von selbsthilfe. es geht auch nicht wirklich um mehr oder weniger professionlität. sondern, wenn es um menschen geht und nicht um stahl, machen konzepte aus der industrie keinen sinn.

wer jedoch vergnügen daran hat, einen online-dock, online-beratung, online advokat, 2 minuten für 10€, mit entsprechender werbund rechts oben, - zu rechtfertigen, soll das tun. nur: es gibt solche angebote schon hundertfach.
weiter unten findet dann die freakshow statt. das kennt man ja aus rtl II schon. der buko-chor auf video. andere stotterer dürfen zur dekoration und legimitation, auf einer schwer zu findenden seite ....dann auch mal was sagen. shame, shame, shame

verbraucherberatung für pc-betriebssysteme durch microsoft, ist keine verbraucherberatung

also: schwarz rot gold ohne gold und stotterer-selbsthilfe ohne selbsthilfe da fehlt dann das wesentliche.

wer wieder mal googeln will: stichworte: ralph nader, verbraucheranwalt, verbrauerberatung, usa. oder: selbsthilfe, ernst herhaus, frankfurt oder münchen

gruß erwin geier

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Beitrag von Michael13 » 11. Januar 2008 15:10

Ein nachmittägliches Hallo an alle,

zum Thema Fachberatung vs. eigene Erfahrung bzw. jene anderer zu nutzen, kann ich aus mehreren selbsterlebten Beispielen nur sagen, dass ich beides für notwendig halte. Also "sowohl als auch" statt "entweder oder" ... anders ausgedrückt bin ich für viele Graubereiche statt Schwarz-Weiß.

Um deine Beispiele Mechthild zu verwenden ... ich lasse mir die Haare gern von FreundInnen schneiden, wenn ich gerade kein Geld dafür ausgeben möchte oder mir ihr Haarschnitt (also der Schnitt, den sie mir "verpassen") gut gefällt. Ich habe auch schon "professionelle" Haarschnitte bekommen, wo ich hinter dachte, dass ich das selbst mit einem Haarschneider hätte machen können. Wenn Arbeit ohne Liebe geschieht, sieht man das - frei nach Khalil Gibrans Definition aus "Der Prophet":
Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe.
Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Widerwillen arbeiten könnt, lasst besser eure Arbeit und setzt euch ans Tor des Tempels und nehmt Almosen von denen, die mit Freude arbeiten.
Denn wenn ihr mit Gleichgültigkeit Brot backt, backt ihr ein bitteres Brot, das nicht einmal den halben Hunger des Menschen stillt.
Und wenn ihr die Trauben mit Widerwillen keltert, träufelt eure Abneigung ein Gift in den Wein.
Und auch wenn ihr wie Engel singt und das Singen nicht liebt, macht ihr die Ohren der Menschen taub für die Stimmen des Tages und die Stimmen der Nacht.

(Quelle: http://www.i-bahmueller.de/xprophet/#Von%20der%20Arbeit, mehr zu Gibran: http://de.wikipedia.org/wiki/Gibran)

Und nachdem ich letztes Jahr auf der 6. IVS-Stotterkonferenz in Dortmund (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=553) eine Podiumsdiskussion miterleben durfte (ich saß selbst im Podium), bei der von 90 Minuten rund 70-80 Minuten über die Regelung der Krankenkassenverordnungen und Nutzung der Gesetze etc. diskutiert wurde, weiß ich, dass Fachberatung nicht selten in erster Linie den eigenen Interessen (Geld verdienen fürs Leben) dient. Geld verdienen ist keine schlechte Sache, sondern eine Notwendigkeit, nur darf es nicht der Antrieb der Arbeit sein, denn dann wird die Arbeit herzlos und kalt. Der Sinn der Therapie und auch der Beratung erreicht den "Kunden", also den Hilfesuchenden, nicht ...

Ich schätze jeden Logopäden und jede Logopädin (sind ja meist Frauen - witzig, dass die deutschen Stotter-"Gurus" meist alles Männer sind ... wahrscheinlich wie bei den Chefkochs :)), also ich schätze prinzipiell jeden Menschen, der durch seine Arbeit lebt, der in seiner Arbeit eine Befried(ig)ung seines Wissensdurstes, seines Durstes nach Leben sieht ... Wer primär des Jobs wegen diese Arbeit macht, wird nicht glücklich. In keiner Arbeit ... und wer nicht glücklich ist bei seiner Arbeit, wird auch damit keinen anderen Menschen helfen können.
So einfach ist das ... und so schwer.

In diesem Sinne, alles Gute, Micha.

Norbert

Beitrag von Norbert » 11. Januar 2008 15:47

Michael13 hat geschrieben:Und nachdem ich letztes Jahr auf der 6. IVS-Stotterkonferenz in Dortmund (http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=553) eine Podiumsdiskussion miterleben durfte (ich saß selbst im Podium), bei der von 90 Minuten rund 70-80 Minuten über die Regelung der Krankenkassenverordnungen und Nutzung der Gesetze etc. diskutiert wurde, weiß ich, dass Fachberatung nicht selten in erster Linie den eigenen Interessen (Geld verdienen fürs Leben) dient.
Ich habe das ja auch miterlebt, und so frustrierend es auch fuer einen war, der nicht mit den Kassen lebt, so habe ich es doch so verstanden: Logopaeden sind Logopaeden weil sie Menschen helfen wollen. Sie muessen aber auch von irgendetwas leben und wenn es darum geht, Frustration auszudruecken ueber den Konflikt, wieviel Zeit man auf Krankenkassenabrechnung aufwenden muss die man besser auf Patienten aufwenden koennte, oder welche Patienten man nicht sehen kann weil es die Kasse nicht zulaesst, dann ist das auf einer Versammlung fuer Logopaeden schon durchaus legitim. Jedenfalls ging's eher um diesen Konflikt als darum, nicht genug oder nicht einfach genug Geld zu bekommen.

Ich wuerde auf jeden Fall niemandem, der an der Diskussion teilgenommen hat, zuschreiben wollen, jemandem "in erster Linie" aus Eigennutz und finanziellen Gruenden eine falschen oder sub-optimalen Rat zu geben.

Norbert
Zuletzt geändert von Norbert am 12. Januar 2008 10:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Michael13 » 11. Januar 2008 16:26

Hallo Norbert,
Norbert hat geschrieben:Sie [die Logopäden, M.W.] muessen aber auch von irgendetwas leben und wenn es darum geht, Frustration auszudruecken ueber den Konflikt, wieviel Zeit man auf Krankenkassenabrechnung aufwenden muss die man besser auf Patienten aufwenden koennte, oder welche Patienten man nicht sehen kann weil es die Kasse nicht zulaesst, dann ist das auf einer Versammlung fuer Logopaeden schon durchaus legitim. Jedenfalls ging's eher um diesen Konflikt als darum, nicht genug oder nicht einfach genug Geld zu bekommen.
Ich gebe dir diesbezüglich in gewisser Weise recht, denn es war im Grunde genommen eine Konferenz für Logopäden ... sehr stark dominiert (so mein Eindruck) von LogopädInnen und WissenschaftlerInnen bzw. institutionell angebundenen Personen. Die Anzahl der Stotternden selbst war m.E. in der Unterzahl, auch wenn die IVS-Konferenz teilnehmermäßig ein Erfolg war (fast 150 TeilnehmerInnen, ich glaube, 50% mehr als ein paar Jahre zuvor).

Es stellen sich für mich dennoch Fragen wie:
1. Warum sehen so viele LogopädInnen sich selbst primär in der Rolle der/des Helfenden und nicht auf gleicher Augenhöhe mit dem stotternden Menschen? Viele Menschen leiden latent unter Sprechangst, warum nicht LogopädInnen? Vielleicht haben einige LogopädInnen mehr Bammel vor InVivo-Übungen in der Öffentlichkeit als die Stotternden selbst?
2. So weit ich mich erinnen kann, war das Feedback auf meinen Vortrag recht verhalten, zumal ich auch etwas unter Zeitdruck gesetzt wurde. Bei den nachfolgenden, zugegebenermaßen etwas etablierteren Personen wurde nicht so sehr auf die Uhr geschaut.
Das ist jedoch meine individuelle Wahrnehmung ...
3. Warum schreiben hier im Forum so wenige LogopädInnen und fragen um Rat? Kennen die die BVSS gar nicht? Ist dieses Forum nicht verlinkt auf der Homepage der BVSS? Ist das Medium Forum noch nicht im Bewusstsein der Logopäden als Wissenspool etabliert? Lesen sie vielleicht lieber "nur" mit?
Oder ist es vielleicht so, dass sie kaum Zeit haben, weil sie sich um ihre Patienten und ihr eigenes Leben kümmern müssen?

Damit ich nicht missverstanden werde ... ich habe absolut nichts dagegen, wenn mir jemand sagt, dass sie oder er als Logopäde Geld verdienen muss, nur ist die Frage, welchen Stellenwert die Sache an sich dabei hat. Das sind jedoch individuell zu entscheidende Punkte eines jeden Therapiebeginns.

So weit, so gut ... Alles Gute, Micha.

Norbert

Beitrag von Norbert » 11. Januar 2008 16:41

Michael13 hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben:Sie [die Logopäden, M.W.] muessen aber auch von irgendetwas leben und wenn es darum geht, Frustration auszudruecken ueber den Konflikt, wieviel Zeit man auf Krankenkassenabrechnung aufwenden muss die man besser auf Patienten aufwenden koennte, oder welche Patienten man nicht sehen kann weil es die Kasse nicht zulaesst, dann ist das auf einer Versammlung fuer Logopaeden schon durchaus legitim. Jedenfalls ging's eher um diesen Konflikt als darum, nicht genug oder nicht einfach genug Geld zu bekommen.
Ich gebe dir diesbezüglich in gewisser Weise recht, denn es war im Grunde genommen eine Konferenz für Logopäden ... sehr stark dominiert (so mein Eindruck) von LogopädInnen und WissenschaftlerInnen [...]

Es stellen sich für mich dennoch Fragen wie:
1. Warum sehen so viele LogopädInnen sich selbst primär in der Rolle der/des Helfenden und nicht auf gleicher Augenhöhe mit dem stotternden Menschen? Viele Menschen leiden latent unter Sprechangst, warum nicht LogopädInnen? Vielleicht haben einige LogopädInnen mehr Bammel vor InVivo-Übungen in der Öffentlichkeit als die Stotternden selbst?
Woher weisst Du, dass es so ist, bzw. nicht so ist? Hast Du dafuer irgendwelche Belege? Ich spreche sehr haeufig mit SLTs, wie man sie hier nennt, und ich habe nicht den Eindruck den Du hervorrufst. Du musst auch sehen, dass SLTs in einem professionellen Verhaeltnis zu ihren Patienten stehen - einer der grossen Vorteile der BSA Konferenz ist fuer SLTs, mit Stotterern zusammenzutreffen, denen gegenueber sie keine professionelle und Fuersorgepflicht haben.
2. So weit ich mich erinnen kann, war das Feedback auf meinen Vortrag recht verhalten, zumal ich auch etwas unter Zeitdruck gesetzt wurde. Bei den nachfolgenden, zugegebenermaßen etwas etablierteren Personen wurde nicht so sehr auf die Uhr geschaut.
Das ist jedoch meine individuelle Wahrnehmung ...
Das habe ich nicht so in Erinnerung, mag Dein Verfolgungswahn sein. Aber: Just because you're paranoid doesn't mean they're not out to get you! :-))
3. Warum schreiben hier im Forum so wenige LogopädInnen und fragen um Rat? Kennen die die BVSS gar nicht? Ist dieses Forum nicht verlinkt auf der Homepage der BVSS? Ist das Medium Forum noch nicht im Bewusstsein der Logopäden als Wissenspool etabliert? Lesen sie vielleicht lieber "nur" mit?
Ich denke, es ist das alte Problem der 'Selbst'hilfe. Ihr wollt doch unter Euch sein (siehe Beitrage zur Personalbesetzung in der Geschaeftsstelle)! :-) Kann mir schon denken, dass hier welche mitlesen. Aber im Grunde denke ich, sind sie nicht so willkommen wie in der BSA - die Neuen kommen auch mit leichtem Zittern zu unserer Konferenz (das hoert man ja aus dem Feedback hinterher, wenn sie so erleichtert sind, wie sehr sie angenommen wurden), aber wenn sie da ist, kratzt es doch kein Schwein, ob sie nun Stotti oder Therapeut sind. Ich mag mich irren, aber ich habe das Gefuehl, dass das bei der BV anders ist.

Ein weiterer Hinweis ist, wir haben hier nicht so einen Laden wie die IVS - das machen wir alles selber, wenn auch vielleicht [noch] nicht so intensiv: die IVS tritt an die BSA heran, wenn es darum geht im November etwas mit Ed Conture aus den USA zu organisieren. Wuerde ein britisches Aequivalent fuer so etwas wie professionelle Weiterbildung in Deutschland die BV anschreiben, oder die IVS? Siehste...

Norbert

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Beitrag von Michael13 » 11. Januar 2008 16:43

Liebe/r LeserIn, lieber Norbert,

ich habe den Logopäden-Teil mal in einen neuen Thread verlagert: http://forum.bvss.de/viewtopic.php?t=1077

Alles Gute und "Bahnfrei" für weitere Diskussionen um die "Veränderungen im Forum der BVSS", ciao Micha.

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